Zwischen Drohnen und Diplomatie: Nato und Polen beraten über Vorfälle im Luftraum
Nach der jüngsten Verletzung des polnischen Luftraums durch über ein Dutzend Drohnen steht die Nato in engem Austausch mit Polen, um das weitere Vorgehen zu koordinieren. Nato-Generalsekretär Mark Rutte ist dazu in direktem Dialog mit der polnischen Führung, wie die Sprecherin Allison Hart verlauten ließ. Bei der erfolgreichen Abwehr der Drohnen, die laut Regierungskreisen aus Russland stammten, arbeiteten polnische und Nato-Luftverteidigungseinheiten eng zusammen. Die Thematik soll auch bei der regulären Sitzung der ständigen Nato-Vertreter in Brüssel zur Sprache kommen.
In theoretischer Hinsicht könnte Polen nach Artikel 4 des Nato-Vertrages Beratungen anstreben. Dieser Artikel sieht einen Konsultationsprozess vor, wenn die territoriale Unversehrtheit oder die Sicherheit eines Bündnispartners bedroht erscheint. Solch ein Verfahren kam seit 1949 siebenmal zum Tragen, zuletzt am 24. Februar in Folge des russischen Angriffs auf die Ukraine. Ein Antrag auf militärische Unterstützung nach Artikel 5 des Nato-Vertrages gilt derzeit als unwahrscheinlich, da dies ein beträchtliches Eskalationspotenzial mit sich bringen würde.

