Zwischen Cash und Aktien: Die stillen Dynamiken des deutschen Geldvermögens
Das Geldvermögen der deutschen Haushalte erreicht schwindelerregende Höhen: Insgesamt 9.053 Milliarden Euro wurden Ende des ersten Quartals bilanziert. Ein marginaler Zuwachs von 9 Milliarden Euro im Vergleich zum vorherigen Quartal illustriert jedoch, dass das Wachstum ins Stocken gerät. Einzig nach Abzug der Schulden bleibt ein Nettovermögen von 6.913 Milliarden Euro, ebenfalls nur ein bescheidener Anstieg um 5 Milliarden Euro.
Mehr als ein Drittel dieses Vermögens schlummert in Bargeld und Sichteinlagen, wie die Bundesbank verlautbart. Diese Form der Anlage bietet die nötige Flexibilität, vor allem für Haushalte mit geringerem Einkommen. Der Trend, bestehende Festgeldkonten zu liquiden Tagesanlagemöglichkeiten umzuschichten, ist eine direkte Antwort auf die Zinsentscheide der Europäischen Zentralbank, gepaart mit einer gewissen wirtschaftlichen Unsicherheit.
Aktien machen knapp 20 Prozent des gesamten Vermögens aus, und die Anteilnahme an Investmentfonds beläuft sich auf nahezu 13 Prozent. Etwa 28 Prozent finden sich schließlich in Versicherungs- und Pensionsansprüchen wieder. Trotz der zunehmenden Skepsis gegenüber Aktien haben den Wertpapiermärkten beeindruckende Jahre beachtliche Gewinne beschert, mit 29 Milliarden Euro allein im ersten Quartal.
Doch die Rekorde sind ein zweischneidiges Schwert: Inflation nagt unerbittlich am Sparstrumpf der Deutschen. Sparer müssen sich mit Renditen von unter einem Prozent begnügen, nachdem die Inflation abgezogen wurde. Zwar zählen die obersten zehn Prozent der Vermögenden als Hauptprofiteure der Aktienrallyes, doch die untere Hälfte der Bevölkerung bevorzugt konservative Bankeinlagen und Versicherungen für ihre Anlagen. Nicht zu vergessen bleiben die Immobilien, die in vielen Haushalten eine tragende Säule darstellen, aber in den Statistiken der Bundesbank keine Berücksichtigung finden.
Diese Disparitäten im Geldvermögen, das nach eigenen Angaben der Bundesbank höchst ungleich verteilt ist, zeigen sich auch in der Tatsache, dass die reichsten zehn Prozent den Löwenanteil von 50 Prozent des Vermögens halten, während die vermögensärmsten 20 Millionen Haushalte lediglich über acht Prozent verfügen.

