Zweifel an Bahn-Versprechen: Generalsanierung erneut unter Druck
Der Deutschen Bahn steht ein neuer Prüfstein bevor: Entgegen ihres Versprechens drohen nun bereits nach kurzer Zeit erneut Bautätigkeiten auf generalsanierten Strecken. Ursprünglich plante die Bahn, nach einer umfassenden Generalsanierung für fünf Jahre Baufreiheit zu gewährleisten. Doch interne Planungen legen nahe, dass einige Strecken womöglich früher wieder von Bauarbeiten betroffen sein könnten.
Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf der modernisierten Leit- und Sicherheitstechnik. Zwar sollen nach einer Generalsanierung neue elektronische Stellwerke in Betrieb genommen werden, doch die Realität sieht anders aus. Für einige Strecken erwägt die Bahn-Verantwortlichen eine Inbetriebnahme erst einige Monate nach den umfangreichen Bauarbeiten – ein Vorhaben, das für zusätzliche Einschränkungen im Reiseverkehr sorgen könnte.
Des Weiteren plant die Bahn, temporäre Sperrpausen für Neu- und Ausbauprojekte einzuführen, die über die Generalsanierungen hinausgehen. Diese Maßnahmen könnten zu längeren Sperrungen führen und das ursprüngliche Konzept weiter unter Druck setzen. Die Bahn beruft sich auf notwendige Instandhaltungsarbeiten und den ansässigen Vegetationsrückschnitt als Begründung für die zusätzlichen Eingriffe. Der Zeitrahmen der geplanten Generalsanierungen, ursprünglich bis 2031 projektiert, dehnt sich dadurch auf das Jahr 2036 aus.
Bedingt durch ein sanierungsbedürftiges Schienennetz erhofft sich die Bahn von diesen Projekten weitreichende Verbesserungen im schienengebundenen Personenverkehr. Doch angesichts der jüngsten Entwicklungen hegt die Branche Zweifel an der Effektivität der Maßnahmen. Einig sind sich die Branchenvertreter darin, dass die Versprechungen der Bahn auf den Prüfstand gehören und klare Rahmensetzungen durch den Bund erforderlich sind. Die Erwartung an die Bahn ist klar: Verlässliche und effiziente Ausführung der Projekte ohne Mehrbelastung der Reisenden und des Schienennetzes.

