Zurückhaltung bei möglichen Truppensendungen: Wadephul äußert sich vorsichtig
Außenminister Johann Wadephul hat sich in Tokio zu einer potenziellen Entsendung deutscher Truppen in die Ukraine geäußert und dabei Zurückhaltung signalisiert. In Anbetracht der noch fehlenden Absprachen mit anderen europäischen Staaten betonte er, dass sich Deutschland am Beginn eines komplexen Prozesses befindet, um solche möglichen Sicherheitsgarantien gegen russische Angriffe zu verhandeln.
In einem Podcast betonte Wadephul, dass eine derartige Entsendung die Möglichkeiten Deutschlands wohl übersteigen würde und daher aktuell nur eine entfernte Überlegung sei. Beim bevorstehenden Treffen in Washington mit US-Präsident Donald Trump, dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und Bundeskanzler Friedrich Merz wird erwartet, dass zentrale Punkte zur gemeinsamen Haltung gegenüber Russland diskutiert werden.
Unterstrichen wurde, dass Deutschland bereits signifikante Beiträge in Form von Sicherheitsgarantien für die Ukraine leisten müsse. Die Frage der Entsendung deutscher Truppen blieb jedoch offen und müsse intensiv verhandelt werden. Der Fokus der Bundeswehr liegt laut Wadephul momentan vor allem auf der Bereitstellung einer einsatzbereiten Brigade in Litauen, wobei die finale Entscheidung beim Verteidigungsminister Boris Pistorius liegt.
Im abendlichen Gespräch in Washington liegt ein Hauptaugenmerk darauf, an der Seite der Ukraine zu stehen und zu vermeiden, dass die Ukraine in rechtlich bindende Verpflichtungen ohne ausreichende Verhandlungen einwilligt. Die aktuelle Kontaktlinie soll dabei als Ausgangspunkt für Verhandlungen betrachtet werden, um einen Dialog auf Augenhöhe zu gewährleisten. Wadephul lobte die politische Integrationskraft Deutschlands unter Bundeskanzler Merz, die es geschafft hat, die unterschiedlichen europäischen Interessen hinter der Ukraine zu vereinen, was in der Vergangenheit nicht immer der Fall war.

