Zuckerberg setzt auf harte Zäsur: Meta baut Führung radikal um, um KI-Vorsprung zu sichern
Meta erlebt die tiefgreifendste Führungsreorganisation seit zwei Jahrzehnten. Im Zentrum steht der Wettlauf um „personal superintelligence“ – ein Projekt, das Mark Zuckerberg persönlich antreibt und bei dem er seine alten Weggefährten zunehmend an den Rand drängt.
Prominentestes Beispiel ist Shengjia Zhao, Mitentwickler von ChatGPT, der kurz nach seinem Wechsel zu Meta fast zurück zu OpenAI gegangen wäre. Erst nach zähen internen Gesprächen wurde er zum neuen Chief AI Scientist ernannt – ein Signal, wie hart Zuckerberg um seine Spitzenkräfte kämpft.
Zugleich rücken mit Alexandr Wang, dem früheren Scale-AI-Chef, und Ex-GitHub-Leiter Nat Friedman Neuzugänge in Schlüsselpositionen. Wang verantwortet mit dem geheimnisvoll betitelten „TBD“-Team den am stärksten abgeschotteten Teil der KI-Entwicklung. Kritiker sprechen von „Mikromanagement“ durch Zuckerberg, während Befürworter die enormen Ressourcen hervorheben, die Meta den Forschern zur Verfügung stellt.
Doch die Fluktuation ist hoch: Mehrere Neuzugänge haben Meta nach wenigen Wochen verlassen oder ihren Start gar nicht erst angetreten. Veteranen wie Chaya Nayak und Loredana Crisan kehren dem Konzern nach fast einem Jahrzehnt den Rücken. Gleichzeitig werden altgediente Führungskräfte wie Yann LeCun oder Produktchef Chris Cox von den zentralen KI-Initiativen teilweise abgeschnitten.
Die Dynamik spiegelt eine neue Realität wider: Zuckerberg setzt auf junge Unternehmer, großzügige Einstiegsboni und nahezu unbegrenzte Rechenkapazitäten, um Rivalen wie OpenAI oder Google einzuholen. Der Preis dafür ist ein Konzern im Dauerumbruch, in dem interne Machtkämpfe und strategische Brüche den Alltag bestimmen.

