Zollstreit birgt Risiken für transatlantische Wirtschaftsbeziehungen
Die Wirtschaftspartnerschaft zwischen den USA und Europa steht aktuell vor einer Bewährungsprobe. Simone Menne, Präsidentin der US-Handelskammer in Deutschland, äußerte Bedenken, dass der bestehende Handelskonflikt die über Jahrzehnte gewachsenen Beziehungen ernsthaft gefährden könnte. Handelsbeschränkende Maßnahmen, die auf beiden Seiten des Atlantiks im Raum stehen, drohen das Vertrauen der Unternehmen zu erschüttern und das wirtschaftliche Wachstum zu bremsen.
Die herausragende Bedeutung der transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen wurde von Menne besonders betont. Mit einem Handelsvolumen von etwa 253 Milliarden Euro im Jahr 2024 stellen die USA Deutschland größten Handelspartner dar. Dennoch warnt Menne davor, dass zusätzliche Zölle diese vitalen Beziehungen belasten könnten.
Den transatlantischen Handel beschreibt sie als unverzichtbares Fundament der Partnerschaft, das maßgeblich zu Wohlstand und Arbeitsplätzen beiträgt. Langfristig sei es wichtig, bestehende Handelsbarrieren abzubauen. Gleichzeitig müsse Europa seine Wettbewerbsfähigkeit fördern, ohne sich von seinem engen Bündnispartner USA zu distanzieren.
Angesichts der jüngsten Entwicklungen, in denen der ehemalige US-Präsident Donald Trump mit empfindlichen Strafzöllen gedroht hat, suchen die USA und Europa nun bis Anfang Juli nach einer Lösung. Die EU erwägt im Falle einer Eskalation die Einführung von Gegenzöllen.
Die Unsicherheiten hinterlassen bereits wirtschaftliche Spuren, wie eine Umfrage unter Mitgliedsfirmen der AmCham Germany zeigt: Rund die Hälfte der befragten Unternehmen sieht durch die politische Lage ihre Investitionspläne bedroht, 14 Prozent sogar stark negativ beeinflusst.

