Zollsorgen belasten deutsche Aktienmärkte: Trump sorgt erneut für Unruhe
Der deutsche Aktienmarkt setzt seine Talfahrt fort, nachdem am Wochenende erneute Zollsorgen die Handelsstimmung belasteten. Der Dax setzt die Korrektur seiner jüngsten Rekordstände fort und notierte kurz vor dem Xetra-Start mit 24.822 Punkten ein halbes Prozent unter dem Schlusskurs vom Vortag. Damit verlängert sich die Kurskorrektur nach der vorherigen Bestmarke von 25.507 Punkten. Auch der EuroStoxx 50 wird schwächer erwartet, nachdem er letzte Woche ebenfalls beeindruckende Rekordstände erreichte.
Für die trüben Aussichten zeigte sich US-Präsident Donald Trump verantwortlich, der im Zuge des Grönland-Streits Strafzölle für acht europäische Nato-Länder ankündigte. Diese sollen ab dem 1. Februar in Kraft treten und zu einem späteren Zeitpunkt weiter steigen, sollte es zu keiner Einigung kommen. Deutschland zählt zu den betroffenen Nationen, was die ohnehin angespannte transatlantische Beziehung weiter belastet und Unsicherheiten im europäischen Aktienmarkt schürt.
Die Aktienstrategin der Citigroup, Beata Manthey, sieht die europäische Gewinnbelebung nun unter einem Schatten und stuft kontinentaleuropäische Aktien erstmals seit über einem Jahr nur noch neutral im globalen Kontext ein. Besonders vorsichtig äußert sich Manthey hinsichtlich der Automobil- und Chemiebranche und sieht hier erhebliche Herausforderungen für die Gewinnentwicklung.
Ein Blick auf den europäischen Automobilsektor zeigt eine gedrückte Stimmung: BMW, Mercedes, VW und andere Marken zeigen deutliche Schwäche. Der Sektorindex für Automobilwerte fiel auf den niedrigsten Stand seit Oktober. Hypoport erlebte ebenfalls einen starken Rückgang von fast 9 Prozent, da die Nachfrage nach Immobilienkrediten im vierten Quartal zurückging. Aufgrund gestrichener Kaufempfehlungen durch Goldman Sachs verloren auch die Aktien von FMC, Carl Zeiss Meditec und Douglas. Eine positive Ausnahme bildet Salzgitter, das von einer Empfehlung durch das Investmenthaus Oddo BHF profitieren konnte.

