Zollsenkung auf EU-Autos: Wirtschaftskurs in stürmischer See
Die Umsetzung des Handelsabkommens zwischen den USA und der EU sieht eine rückwirkende Senkung der amerikanischen Zölle auf Automobilimporte aus Europa auf 15 Prozent vor. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche begrüßt diesen Schritt als Beitrag zur Planungssicherheit. Dennoch bleiben die Zölle eine erhebliche Bürde für Produzenten und insbesondere für mittelständische Zulieferer, beklagt die CDU-Politikerin.
Reiche warnt vor einem geopolitischen Umfeld, das von wachsendem Protektionismus, globalen Überkapazitäten und einer unsicheren Rohstoffversorgung geprägt ist. Sie fordert Maßnahmen zur Wiedergewinnung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands, um wieder auf Wachstumskurs zu gelangen. Die aktuelle Situation veranlasst europäische Autohersteller gleichzeitig dazu, Produktionsverlagerungen in die USA ins Auge zu fassen, um der Zollbelastung zu entgehen.
Das US-Handelsministerium hat festgestellt, dass die EU die erforderlichen Gesetzesvorschläge zur Zollsenkung eingebracht hat. Eine Liste zollbefreiter Produkte umfasst unter anderem Flugzeuge, Generika und chemische Vorprodukte. Trotz der Absenkung des Zollsatzes von ursprünglich 27,5 Prozent auf 15 Prozent ist dies wenig Trost für die Autobauer, da der Satz immer noch erheblich höher ist als die 2,5 Prozent vor Donald Trumps Präsidentschaft.
Mitte August hatten sich die EU und USA auf die Zollsenkung verständigt, die Einverständniserklärung erfolgte im Juli. Dennoch dauerte es Wochen bis zur Veröffentlichung der schriftlichen Vereinbarung. Nun verfolgt die USA die Umsetzung der getroffenen Abmachungen.

