Zollpolitik der USA belastet Industriebranchen
Die von der Trump-Administration eingeführten Importzölle hinterlassen deutliche Spuren in den globalen Lieferketten, wobei einige Branchen besonders stark betroffen sind. Vier Sektoren tragen bislang die größte Last dieser Maßnahmen.
Besonders hart trifft es die Konsumgüterindustrie. Eine Analyse von Reuters ergab, dass Importeuren von Konsumgütern im ersten Quartal die meisten Schwierigkeiten durch die Zölle bereitet wurden. 42 Unternehmen meldeten Preiserhöhungen, 39 passten ihre Prognosen an oder zogen sie zurück, und 18 erlitten finanzielle Einbußen. Innerhalb der USA waren laut Reuters vor allem Konzerne wie PepsiCo und die Schuhhersteller Skechers und Crocs gezwungen, aufgrund der Zölle Maßnahmen zu ergreifen.
Da Konsumgüterunternehmen auf Importe angewiesen sind und mit geringen Gewinnmargen arbeiten, sind sie gezwungen, Preiserhöhungen an Verbraucher weiterzugeben. Gemäß einer Analyse von The Budget Lab der Yale University wird erwartet, dass die Verbraucherpreise in den nächsten zwei Jahren um 1,8% steigen. Dies entspricht einem Einkommensverlust von durchschnittlich 2.400 Dollar pro Haushalt. Besonders stark von Preisanstiegen betroffen sind Lederwaren, Bekleidung und Textilien, deren Preise voraussichtlich zwischen 21% und 39% zulegen werden.
Auch die Automobilindustrie steht massiv unter Druck. Im ersten Quartal zogen 18 Unternehmen aus dem Bereich Automotive & Transportation ihre Prognosen zurück oder reduzierten sie, während 14 finanzielle Verluste erlitten. Die Zölle von 25% auf Autoimporte und 50% auf Stahl und Aluminium haben Tesla und General Motors besonders stark getroffen. Diese Zölle treiben die Preise für Neuwagen um etwa 12,4% in die Höhe, was einem Anstieg von rund 6.000 Dollar pro Auto entspricht.
Betroffen sind zudem US-Landwirte, die sowohl unter hohen Kosten für Importwaren als auch unter Vergeltungszöllen anderer Länder leiden. Insbesondere Importe essenzieller Chemikalien und Maschinen verteuern sich aufgrund der Strafzölle auf Stahl und Aluminium. China hat beispielsweise rund 21 Milliarden Dollar an US-Farmexporten mit Zöllen von 10–15% belegt, wodurch die Exporte im ersten Halbjahr um 53% zurückgingen. Dadurch steigen die Lebensmittelpreise in naher Zukunft um voraussichtlich 3,2%, frische Erzeugnisse sogar um 7%.
Erschwerend kommt hinzu, dass die US-Regierung Importweiterungen für bestimmte Produktkategorien eingeführt hat, die zu den hohen Zöllen führen. Dies trifft insbesondere die Metall-verarbeitenden Branchen wie Luft- und Raumfahrt und Ölbohrungen.

