Zinssenkung der türkischen Zentralbank überrascht Märkte
In einem unerwarteten Schritt hat die türkische Zentralbank den Leitzins um 2,5 Prozentpunkte gesenkt, sodass dieser nun bei 40,5 Prozent liegt. Diese Entscheidung wurde nach der Ratssitzung in Ankara bekanntgegeben und übertraf die Erwartungen von Volkswirten, die lediglich eine Senkung um 2,0 Prozentpunkte prognostiziert hatten.
Diese Anpassung folgt auf eine frühere Zinserhöhung im April sowie auf die Marktverwerfungen, die durch die Verhaftung des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem Imamoglu hervorgerufen wurden. Trotz der anhaltend hohen Inflation, die im August leicht von 33,5 Prozent auf 33,0 Prozent gesunken ist, entschied sich die Notenbank für diese Lockerung.
Die Bank begründete ihre Entscheidung mit einem verlangsamten Inflationstrend, warnte jedoch weiterhin vor Preissteigerungen im Lebensmittelsektor, die den Rückgang der Inflation bremsen könnten. Laut Tatha Ghose, Devisenexperte der Commerzbank, könnte es für die türkische Zentralbank schwierig werden, auf Zinssenkungen zu verzichten, selbst angesichts der hohen Teuerung.
Entsprechend wird mit einer fortgesetzten Abwertung der türkischen Lira gerechnet. Der Kurs der Lira hat sich nach der Zinsentscheidung weiter abgeschwächt, und die Währung bleibt seit Jahresbeginn auf einem Abwärtstrend. Inzwischen werden etwa 41,3 Lira für einen Dollar und mehr als 48 Lira für einen Euro gezahlt.

