Zinssätze im Umbruch: Aktuelle Entwicklungen bei Zertifikaten
Die US-Notenbank Federal Reserve hat im Jahr 2024 dreimal den Leitzins gesenkt, was zu einem Rückgang der Zinssätze für Einlagenkonten führt. Dennoch gibt es gute Nachrichten für Anleger: Aktuell lassen sich über Zertifikate mit fester Laufzeit (CDs) attraktive Renditen sichern. So bieten die besten Angebote immer noch Zinssätze von über 4% an. Im Vergleich zu klassischen Sparkonten bieten CDs derzeit deutlich höhere Zinssätze.
Im Juni lagen die Zinsen für kurzfristige CDs (sechs bis zwölf Monate) bei etwa 4,00% bis 4,50% eff. Jahreszins (APY). Besonders hervorzuheben ist das Angebot von Marcus by Goldman Sachs: Ein 9-Monats-CD wird mit einem Zinssatz von 4,2% APY und einer Mindesteinlage von 500 US-Dollar angeboten. Die Entwicklung der CD-Zinssätze spiegelt wirtschaftliche Herausforderungen und die Reaktionen der Fed wider.
Nach der Jahrtausendwende bis zur Finanzkrise 2008 stiegen die Zinssätze, fielen jedoch im Zuge der Rezession auf rund 1% für einjährige und unter 2% für fünfjährige CDs. Diese Talfahrt setzte sich in den 2010er Jahren fort, bevor die Fed ab 2015 allmählich wieder den Leitzins erhöhte. Die Coronapandemie 2020 führte wiederum zu Zinssenkungen, die jedoch durch die Inflationsbekämpfung von 2022 bis 2023 mit elf Erhöhungen konterkariert wurden.
Im September 2024 senkte die Fed den Leitzins erneut, da die Inflation als unter Kontrolle galt, was zu einem Rückgang der CD-Zinssätze führte. Dennoch sind diese aktuell hoch im historischen Kontext. Besonders auffällig ist, dass die höchsten CD-Zinssätze nicht mehr bei Langfristangeboten, sondern bei einjährigen CDs zu finden sind – ein Zeichen für eine flache oder invertierte Zinsstrukturkurve und ein Indikator für unsichere wirtschaftliche Erwartungshaltungen.
Zu beachten ist, dass der effektive Jahreszins (APY) nur ein Faktor bei der Wahl eines CDs ist. Weitere Aspekte, wie beispielsweise die Laufzeit, sollten in die Entscheidung miteinfließen.

