Zinsreduktionen und politische Spiele: Guggenheim erwartet bewegtes Anlagejahr
Der Chief Investment Officer von Guggenheim Partners prognostiziert, dass die US-Notenbank Federal Reserve im Jahr 2025 voraussichtlich in jedem Quartal die Zinsen senken wird, was in diesem Jahr zu einer Reduktion um 75 Basispunkte oder sogar einen vollen Prozentpunkt führen könnte. Anne Walsh, CIO von Guggenheim, erklärte beim Reuters Global Markets Forum zu Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos, dass die Fed ihre Zinssenkungen fortsetzen wird, jedoch langsamer als zuvor erwartet.
Händler spekulieren inzwischen auf lediglich eine Zinssenkung der Fed in diesem Jahr, nachdem vor einem Monat noch von mindestens drei ausgegangen wurde. Walsh zufolge werden die von Präsident Donald Trump erwarteten Zölle wahrscheinlich nicht so einschneidend sein wie befürchtet.
Solange der Dollar stark bleibt und die USA weiterhin Kapital anziehen, sollten die Zölle im Durchschnitt um weniger als 10 % steigen und länderspezifischer ausfallen. Nach einem starken Anstieg bis 2022 befindet sich der Anleihemarkt in seinem dritten Jahr innerhalb eines Handelsspanne, die durch ihre Volatilität interessant bleibt.
Bei einem Zinssatz von 5 % auf die 10-jährigen Anleihen sieht Walsh eine Kaufgelegenheit. Die engen Spreads der Anleiherenditen könnten sich aufrechterhalten, was ebenfalls vorteilhaft für US-Aktien wäre. Walsh rechnet damit, dass Aktien von globalen Themen wie künstlicher Intelligenz, Energie und der Rückverlagerung der Produktion in die USA profitieren werden, wobei der S&P 500 bis Ende 2025 Renditen von 8 % bis 10 % liefern könnte.
Dennoch warnt Walsh vor Unsicherheiten in Bezug auf Trumps Politik und deren tatsächlicher Umsetzung sowie einem möglichen stärkeren Abschwung der US-Wirtschaft, als derzeit prognostiziert. "Es ist wie ein Ping-Pong-Spiel zwischen Politik und Maßnahmen, und das wird in diesem Jahr viel Volatilität in unseren Anlagethemen verursachen", so Walsh.

