Zinsdebatte innerhalb der Federal Reserve spitzt sich zu
Die Diskussion über den künftigen Kurs der Geldpolitik sorgt innerhalb der Federal Reserve für zunehmende Spannungen, da sich die Entscheidungsträger öffentlich zu ihren Ansichten äußern. Am Donnerstag betonten Austan Goolsbee, Präsident der Chicago Fed, und Jeff Schmid, Präsident der Kansas City Fed, ihre Bedenken gegenüber einer aggressiven Zinssenkungspolitik. Sie verwiesen dabei auf bestehende Inflationsrisiken. Parallel dazu drängt Neuling Stephen Miran auf schnellere Lockerungen.
In einem Interview mit Bloomberg argumentierte er, dass das aktuelle Zinsniveau von 4% bis 4,25% restriktiv sei und die US-Wirtschaft gefährde. Miran betonte in einem Interview mit Fox Business die Notwendigkeit einer zügigeren Anpassung, um die Wirtschaft vor negativen Schocks zu bewahren. Vergangene Woche hatte der Fed-Rat die Zinsen um einen Viertelpunkt gesenkt und signalisiert, dass bis 2025 zwei weitere Senkungen erwartet werden könnten. Miran plädierte jedoch für drastischere Maßnahmen.
Goolsbee und Schmid äußerten hingegen Sorgen, dass rasche Zinssenkungen die Inflationskontrolle beeinträchtigen könnten. Goolsbee, der auf einer Veranstaltung in Grand Rapids sprach, zeigte sich unwohl bei der Idee, zu viele Zinssenkungen frühzeitig vorzunehmen, da die Arbeitsmarktdaten sich verlangsamt hätten. Er betonte, dass die Inflation seit fast fünf Jahren über dem 2%-Ziel liege und die aktuelle Inflationstrendentwicklung Anlass zur Besorgnis gebe.
Schmid, ein stimmberechtigtes Mitglied des Entscheidergremiums, unterstützte die Zinssenkung vergangene Woche als Maßnahme des Risikomanagements. Er führte jedoch aus, dass die Inflation hartnäckig sei und sich um 3% bewege. Die jüngsten Arbeitsmarktdaten hätten ihn jedoch überzeugt, dass der Arbeitsmarkt stärker abkühle als erwartet. San Francisco Fed Presidentin Mary Daly äußerte am Dienstag, dass weitere Zinssenkungen "wahrscheinlich" seien und sie die jüngste Entscheidung zur Senkung um einen Viertelpunkt voll unterstütze.

