Zeitarbeitsbranche in der Klemme: Ökonomische Herausforderungen setzen Personaldienstleistern zu
Die Zeitarbeitsbranche in Deutschland sieht sich gegenwärtig mit erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten konfrontiert, wie eine aktuelle Analyse der Wirtschaftsauskunftei Creditreform verdeutlicht. Der Industriesektor, traditionell einer der Hauptkunden, befindet sich im Krisenmodus und verringert den Personalbestand, was vor allem externes Personal wie Leiharbeiter betrifft. Dies erhöht den Druck auf Personaldienstleister, die als deutliche Verlierer der aktuellen Konjunkturlage gelten.
Bereits sichtbare Folgeerscheinungen dieser Entwicklung sind ein beträchtlicher Umsatzrückgang und eine Zunahme der Insolvenzen in der Branche. Im zweiten Quartal 2025 verzeichneten die Leiharbeitsfirmen in Deutschland einen Umsatzrückgang von 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, nachdem im ersten Quartal die Erlöse bereits um 11 Prozent gesunken waren. Der anhaltende Abwärtstrend wird als Frühindikator für konjunkturelle Schwankungen angesehen.
Ein besorgniserregender Punkt ist die steigende Zahl der Insolvenzen, insbesondere bei kleinen und mittleren Leiharbeitsunternehmen, mit 120 Insolvenzanträgen im Vorjahr und 63 in der ersten Jahreshälfte 2025. Diese überdurchschnittlich hohe Insolvenzquote bietet laut Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung, Anlass zur Vorsicht für Investoren, Kreditgeber und Lieferanten, die die finanzielle Stabilität ihrer Geschäftspartner regelmäßig prüfen sollten.
Der Rückgang der Zeitarbeit zeigt sich auch in den aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Im Juni 2024 waren etwa 675.000 Menschen als Leiharbeiter sozialversicherungspflichtig beschäftigt, davon über 70 Prozent Männer, was auf die Dominanz der Produktionsberufe in diesem Sektor zurückzuführen ist. Gleichzeitig gibt es rund 40.000 Verleihbetriebe in Deutschland, was die Vielfalt und breite Verwurzelung der Branche verdeutlicht.

