Zalando und Betriebsrat nehmen Gespräche über Erfurter Standort auf

Die Funkstille um die angekündigte Schließung des Zalando-Logistikzentrums in Erfurt ist beendet. Erstmals haben der Betriebsrat und das Management des Online-Modehändlers miteinander gesprochen. Betriebsratsmitglied Jana Clausen bestätigte: "Wir haben uns zusammengesetzt." Das Kernthema der ersten Gespräche sei eine detaillierte wirtschaftliche Begründung des geplanten Aus für die 2.700 Mitarbeiter am Standort Erfurt.
Nach Aussage von Clausen fordere der Betriebsrat umfassende Daten und Fakten, um die Entscheidung der Unternehmensführung zu durchleuchten. Weiterhin werde ein Fragenkatalog erarbeitet, um verschiedene Folgeaspekte und mögliche Alternativen zu diskutieren. Ergänzend zu den Gesprächen unterstützt eine externe Beraterin sowie ein Anwalt die Interessenvertretung der Arbeitnehmer. In einem zweiten Schritt möchte der Betriebsrat alternative Szenarien in Betracht ziehen, um eventuelle Möglichkeiten für den Erhalt des Logistikzentrums anzustoßen.
Für die nahende Zukunft plant die Arbeitnehmervertretung mit einer Jobbörse, die am 26. Februar im Erfurter Steigerwaldstadion stattfinden soll. Diese Messe richtet sich an etwa 500 befristet beschäftigte Zalando-Mitarbeiter, denen andere Branchen wie Logistik, Pflege, Gastgewerbe, Handel und Handwerk berufliche Perspektiven bieten möchten. Erwartet wird die Teilnahme von rund 60 regionalen Arbeitgebern.
Zuletzt hatte das Management von Zalando wenig Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Standortschließung gelassen und diese bei einer Betriebsversammlung erneut bekräftigt.

