Zalando-Logistikzentrum in Erfurt: Ramelow wirbt für Rettung und Kurzarbeit
Der ehemalige Ministerpräsident Thüringens, Bodo Ramelow, sieht den Kampf um den Erhalt des bedrohten Zalando-Logistikzentrums in Erfurt noch nicht als verloren an. Ramelow, seit 2025 als Bundestagsvizepräsident aktiv, hat sich mit Briefen an Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas und die Präsidentin der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, gewandt. Das Ziel dieser Gespräche, die er zusammen mit dem Zalando-Betriebsrat führen möchte, ist es, Optionen zur Sicherung des Standortes zu erörtern.
Ramelow betont in seinen Schreiben, dass die angekündigte Schließung ohne Vorwarnung und ohne Mitbestimmung des Betriebsrates erfolgt sei. Nach einem Treffen mit den Arbeitnehmervertretern am Erfurter Standort berichtete er, dass es um die gesetzlich vorgeschriebene Arbeitnehmerbeteiligung sowie mögliche Alternativen und Investitionen für den Standort gehe. Darüber hinaus schlägt Ramelow, selbst einst Gewerkschaftsfunktionär, vor, die Möglichkeiten von Kurzarbeit und Qualifizierungsprogrammen zu prüfen.
Diese Maßnahmen könnten Investitionen in den Standort unterstützen und zur Sicherung der Arbeitsplätze beitragen. In seinen Briefen führt er aus, man rede nicht nur über die 2.700 direkt Beschäftigten, sondern auch über mindestens weitere 1.000 Personen, die indirekt für den Erfurter Standort tätig seien. Ziel sei es, die Leistungsfähigkeit des Erfurter Logistikzentrums auf das Niveau des favorisierten Standortes in Gießen zu heben.
Das Thüringer Wirtschaftsministerium intensiviert indes die Kontaktaufnahme mit dem ausländischen Eigentümer der Logistikhalle, um Zukunftsperspektiven zu entwickeln. Die Landesregierung setzt zudem auf die Unterstützung der regionalen Arbeitsagentur, die mit acht Vermittlern vor Ort ist, um befristete Arbeitsverhältnisse zu klären. Zalando plant allerdings, das Erfurter Zentrum bis September zu schließen.

