Xiaomi erhöht Preise – wie der Konzern auf den Chipmangel reagiert
Weihnachtslaunch mit Preisschild
Xiaomi nutzt den ersten Weihnachtstag für einen strategisch wichtigen Schritt: Am 25. Dezember bringt der Konzern sein neues Premium-Smartphone, das Xiaomi 17 Ultra, auf den Markt. Begleitet wird der Launch allerdings von einer klaren Botschaft an Kunden und Investoren: Die Preise steigen spürbar.
Das Management spricht offen von deutlichen Kostensteigerungen in der Lieferkette. Für Xiaomi ist es ein Balanceakt zwischen Margensicherung und Nachfrage – gerade in einem Markt, der preislich hart umkämpft ist.
Chipknappheit trifft Smartphones mit voller Wucht
Haupttreiber der Preisanhebung ist eine anhaltende globale Knappheit bei Speicherchips. Der Boom rund um Künstliche Intelligenz hat Produktionskapazitäten zunehmend in Richtung High-Performance-Computing gezogen. Klassische Konsumelektronik steht damit in direkter Konkurrenz zu Rechenzentren und KI-Beschleunigern.
Xiaomi-Präsident Lu Weibing rechnet damit, dass diese Situation mindestens bis 2027 anhält. Entsprechend dürften sich die Einkaufspreise für zentrale Komponenten weiter auf hohem Niveau bewegen. Marktbeobachter gehen davon aus, dass der Einstiegspreis des Xiaomi 17 Ultra bei rund 999 US-Dollar liegen könnte – umgerechnet etwa 6.999 Yuan und damit deutlich über dem Vorgängermodell.
Premium-Offensive statt Preiskampf
Um höhere Preise zu rechtfertigen, setzt Xiaomi konsequent auf technologische Aufrüstung. Das neue Flaggschiff vertieft die Kooperation mit Leica, integriert einen hochwertigen 1-Zoll-Sensor von Omnivision und wird vom neuesten Snapdragon-Topprozessor angetrieben.
Mit dieser klaren Positionierung im Premium-Segment verabschiedet sich Xiaomi weiter vom Image des reinen Preisbrechers. Ziel ist es, die Bruttomargen zu stabilisieren – auch wenn das Absatzwachstum kurzfristig darunter leiden könnte.
Börse bleibt vorsichtig optimistisch
Am Markt fiel die Reaktion verhalten aus. Die Aktie notiert aktuell bei rund 4,4 Euro und liegt damit deutlich unter dem im Frühjahr erreichten Jahreshoch von über sieben Euro. Trotz ordentlicher operativer Zahlen ist der Titel noch immer mehr als ein Drittel von diesem Niveau entfernt.


