Wüst hält an Berufsbeamtentum fest: Standhaftigkeit in NRW angesichts Herausforderungen
In einer eindrucksvollen Rede bei der dbb-Jahrestagung in Köln bekräftigte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) seine feste Unterstützung für das Berufsbeamtentum. Für ihn ist diese Institution ein unverzichtbarer Bestandteil des staatlichen Gefüges, das nicht nur existiert, sondern auch angemessen gefördert werden muss.
Insbesondere in kritischen Bereichen könne auf das Berufsbeamtentum nicht verzichtet werden, so Wüst. Ein prägnantes Beispiel seiner Argumentation bieten die als unpopulär geltenden Lehrer-Abordnungen. In Nordrhein-Westfalen werden Lehrerinnen und Lehrer oft aus gut versorgten Gebieten in weniger gut ausgestattete Regionen versetzt, um dort dringend benötigte Unterstützung zu leisten. Diese Praxis verdeutlicht, wie wichtig das Beamtentum für solche Entscheidungen ist, da viele Lehrkräfte nach ihrem zweiten Staatsexamen zunächst für drei Jahre in herausfordernde Schulumgebungen gehen müssen, bevor sie an ihre Stammschulen zurückkehren. Mit Vehemenz wies Wüst darauf hin, dass solch komplexe Strukturen kaum ohne Berufsbeamtentum möglich wären. Der Gedanke, diese Aufgaben auch mit Angestellten lösen zu können, sei unrealistisch. Seine Haltung unterscheidet sich damit explizit von der Auffassung des CDU-Generalsekretärs Carsten Linnemann, der eine Einschränkung des Berufsbeamtentums auf Kernaufgaben vorgeschlagen hatte. Doch für Wüst stehen andere drängendere Probleme und Herausforderungen im Mittelpunkt, sodass er derartige Debatten in seinem Bundesland nicht aufnehmen wird.

