Studie

Womöglich dreimal so viel Covid-Tote wie registriert

11. März 2022, 05:56 Uhr · Quelle: dpa
Es gibt Hinweise darauf, dass die Auswirkungen der Pandemie um Einiges größer waren als bisher angenommen. Ein Forscherteam hat Modellierungen zu den weltweiten Corona-Todeszahlen entwickelt.

Seattle (dpa) - Die Pandemie hat weltweit womöglich deutlich mehr Todesopfer gekostet als bisher angenommen.

Zwischen Januar 2020 und Dezember 2021 sind einer aktuellen Studie zufolge 18,2 Millionen Menschen mehr gestorben als in Nicht-Pandemiejahren erwartet worden wären. Offiziell verzeichnet sind in diesem Zeitraum nur 5,9 Millionen Corona-Tote. «Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die vollen Auswirkungen der Pandemie viel größer waren, als es die offiziellen Statistiken vermuten lassen», schreibt das internationale Forscherteam um Haidong Wang vom Institute for Health Metrics and Evaluation (Seattle/USA) im Fachmagazin «The Lancet»

Weltweit starben den Modellierungen zufolge 120 von 100.000 Menschen infolge von Corona, in 21 Ländern lag diese Übersterblichkeitsrate bei über 300. Die höchsten Raten fanden die Wissenschaftler in den Anden-Staaten in Lateinamerika (512 Todesfälle pro 100.000 Einwohner), in Ost (345)- und Zentraleuropa (316) sowie Sub-Sahara Afrika (309). In einigen Ländern wie Island oder Australien waren den Schätzungen zufolge hingegen in den Pandemiejahren sogar weniger Menschen gestorben als statistisch zu erwarten gewesen wären.

Mangelnde Tests und Probleme beim Melden

Die teils großen Unterschiede zwischen der registrierten und der tatsächlichen Zahl an Todesfällen gehe vermutlich auf fehlende Diagnosen wegen mangelnder Tests sowie auf Probleme beim Melden der Zahlen zurück. Wie viele Menschen unmittelbar an der Coronainfektion und wie viele an indirekten Folgen der Pandemie gestorben sind, sei derzeit unklar. «Studien aus mehreren Ländern, darunter Schweden und die Niederlande, deuten darauf hin, dass Covid-19 die unmittelbare Ursache für die meisten überzähligen Todesfälle war, aber wir haben derzeit nicht genügend Beweise für die meisten Regionen», sagt Studienleiter Wang.

Die Wissenschaftler hatte wöchentliche oder monatliche Angaben zur Zahl der Todesfälle von insgesamt 74 Ländern und 266 Staaten oder Provinzen - wie etwa den deutschen Bundesländern - aus den Pandemie-Jahren 2020 und 2021 sowie aus bis zu elf Jahren davor zusammengestellt. Die Differenz zwischen der Zahl tatsächlicher und statistisch erwarteter Todesfälle ergibt die Übersterblichkeit. Mit Hilfe statistischer Modelle schätzten sie die Übersterblichkeit auch für Ländern aus denen keine Angaben zur Zahl der Todesfälle vorlagen.

Wissenschaft / Gesundheit / Krankheit / Corona / Covid-19 / International
11.03.2022 · 05:56 Uhr
[1 Kommentar]
Franziska Brantner (Archiv)
Berlin - Grünen-Chefin Franziska Brantner hat sich offen für eine Ausweitung der täglichen Maximalarbeitszeit gezeigt. In der Realität zeige sich heute, dass es unter den Arbeitern unterschiedliche Interessen gebe, sagte Brantner dem "Tagesspiegel". Es gebe Menschen, die Schutz vor Ausbeutung am Arbeitsplatz bräuchten, auf der anderen Seite gebe es aber […] (00)
vor 8 Minuten
Sir Ringo Starr weigerte sich, 'eine der traurigsten Zeilen' auf seinem neuen Album zu singen.
(BANG) - Sir Ringo Starr weigerte sich, "eine der traurigsten Zeilen" zu singen, die T-Bone Burnett für 'Long Long Road' geschrieben hat. Die Beatles-Legende hat sich für das neue, hochkarätig besetzte Country-Album wieder mit dem ikonischen Produzenten zusammengetan und gab zu, dass einige Texte zu herzzerreißend waren, um sie zu singen. Rückblickend […] (00)
vor 12 Stunden
KI
Berlin (dpa) - Im Wettbewerb um die besten Köpfe im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) steht Deutschland in der Europäischen Union an der Spitze - kann aber mit den globalen Marktführern USA, Indien, Großbritannien und Kanada nicht mithalten. Das geht aus einer Arbeitsmarktstudie des Berliner Thinktanks Interface (ehemals Stiftung Neue Verantwortung) hervor.  Kanada […] (00)
vor 1 Stunde
Steam Deck 2 lebt noch! – Valve arbeitet weiter am Nachfolger
Valve hat den Steam Deck 2 nicht auf Eis gelegt. Im Gegenteil: Laut einer neuen Einordnung von PCGamer.com unter Berufung auf ein aktuelles Gespräch mit Pierre-Loup Griffais ist Valve weiter „hart am Arbeiten“ zum Nachfolger des Steam Decks. Eine konkrete Ankündigung oder einen Starttermin gibt es aber weiterhin nicht. Das ist vor allem deshalb […] (01)
vor 10 Stunden
«The Apprentice»: Amazon denkt über Reboot mit Trump Jr. nach
Das Reality-Format könnte zurückkehren, aber konkrete Pläne gibt es aktuell aber noch nicht. Beim Streamingdienst Amazon laufen offenbar erste Überlegungen zu einer Neuauflage der Reality-Show The Apprentice. Laut Berichten vom „Wall Street Journal“ wird intern diskutiert, das Format für Prime Video zurückzubringen – allerdings mit Donald Trump Jr. als möglichem Gastgeber anstelle seines Vaters […] (00)
vor 1 Stunde
Atlético Madrid - FC Arsenal
Madrid (dpa) - Der FC Arsenal hat sich auch ohne den verletzten Kai Havertz eine gute Ausgangsposition für den Einzug ins Finale der Champions League verschafft. Im Stimmungstempel von Atlético Madrid retteten die weiter ungeschlagenen Londoner ein 1: 1 (1: 0) gegen die Mannschaft von Diego Simeone.  24 Stunden nach dem irren Tor-Spektakel von Paris […] (02)
vor 7 Stunden
kostenloses stock foto zu 50 €, anlagestrategie, banknoten
Der XRP-Kurs hat seine Verluste ausgeweitet und ist unter die Marke von $1,380 gefallen. Derzeit konsolidiert er diese Verluste und stößt auf Widerstände bei $1,3840 und $1,40. Der XRP-Kurs begann einen weiteren Rückgang und fiel unter die Zone von $1,3840. Aktuell handelt der Kurs unter $1,380 und dem 100-Stunden- […] (00)
vor 48 Minuten
Backup. Firewall. MFA. Und dann? Wenn Recovery scheitert, zählt professionelle Datenrettung
Leipzig, 29.04.2026 (PresseBox) - Backup-Lösungen, Firewalls, Multi-Faktor-Authentifizierung, Endpoint Security und Zero-Trust-Konzepte gehören heute in vielen Unternehmen zur IT-Sicherheitsarchitektur. Sie reduzieren Risiken, schützen Zugänge und schaffen wichtige technische Barrieren. Doch sie beantworten nicht automatisch die entscheidende Frage im […] (00)
vor 12 Stunden
 
Strommast (Archiv)
Berlin - Die Bundesländer gehen sehr unterschiedlich mit Informationen über Angriffe […] (01)
Hubert Aiwanger (Archiv)
München - Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger hat sich offen für eine engere […] (01)
Strom aus dem Meer: Nanogenerator nutzt Verdunstung als Energiequelle
Meerwasser verdunstet ständig, sei es an Küsten, auf dem offenen Ozean, in tropischen Regionen […] (00)
Kapitol der Vereinigten Staaten
Washington (dpa) - Die Uhr für Donald Trump tickt: Bald läuft die Frist aus, in der […] (01)
Google
San Francisco (dpa) - Die Tech-Riesen Amazon, Google, Microsoft und Meta wollen in […] (00)
Steam Machine: Der Preis des Wohnzimmer-PCs soll intern deutlich teurer geworden sein
Bei der Steam Machine könnte sich der Preis im Hintergrund deutlich nach oben […] (00)
Warum Souveränität im 21. Jahrhundert neu verhandelt wird
In seiner wöchentlichen Kolumne analysiert Michael C. Jakob die großen Kräfte hinter […] (00)
«Jenke. Zeitreise» geht trotz schwacher Quoten weiter
ProSieben setzt die Doku-Reihe mit Jenke von Wilmsdorff fort, obwohl die Resonanz auf die 80er- […] (00)
 
 
Suchbegriff