Wo Versicherer heute noch Potenzial verschenken
Senior Advisor Oliver Brüß über digitale Chancen, ungenutzte Datenpotenziale und die strategische Rolle von Assekuradeuren – warum sich Versicherer jetzt neu ausrichten müssen, um Kundenerwartungen und Effizienz zu vereinen.

22. Juli 2025, 09:00 Uhr · Quelle: LifePR
Oliver Brüss beleuchtet die Chancen und Herausforderungen, die sich durch die Digitalisierung für die Versicherungsbranche ergeben. Einblicke in die Rolle von Assekuradeuren und Zukunftstrends.

Berlin, 22.07.2025 (lifePR) - Die Versicherungsbranche befindet sich im Umbruch. Technologien verändern Prozesse, neue Akteure drängen auf den Markt, und das Kundenerlebnis wird zur strategischen Frage. Oliver Brüß, ehemals langjähriger Vertriebsvorstand bei der Gothaer, ist heute als Senior Advisor für die Hypoport InsurTech AG aktiv. Mit seiner umfassenden Erfahrung begleitet er die digitale Transformation der Branche. Bei sia digital unterstützt er insbesondere die vertriebskanalspezifische Weiterentwicklung vonVersicherungsprodukten und bringt seine Expertise direkt in die Positionierung des Assekuradeurs ein.

Wir haben mit ihm gesprochen – über Innovationspotenziale und die Rolle von Assekuradeuren in einem Markt, der sich neu sortiert.

Mit welchem Blick schauen Sie aktuell auf den Markt?
Oliver Brüß: Ich schaue mit einem realistischen, aber auch zuversichtlichen Blick auf den Markt. Die Branche steht unter Druck – und das auf mehreren Ebenen gleichzeitig. Die Digitalisierung hat das Kundenverhalten nachhaltig verändert – wer heute nicht digital denkt, verliert. Gleichzeitig rücken Kundenerwartungen, Regulatorik und der Druck durch neue Marktteilnehmer näher zusammen. Und nicht zuletzt der demografische Wandel: Wir sprechen hier nicht nur über neue Produkte für eine älter werdende Kundschaft – sondern auch über Fachkräftemangel, veränderte Erwartungen an Führung und Zusammenarbeit sowie neue Anforderungen an Unternehmenskultur.

Welche strukturellen Veränderungen sehen Sie momentan als besonders relevant?
Oliver Brüß: Besonders relevant sind die Veränderungen durch die Digitalisierung, die nicht nur Prozesse effizienter gestaltet, sondern auch das Kaufverhalten der Kund:innengrundlegend beeinflusst. Die Verbraucher:innen erwarten zunehmend digitale Interaktionen, schnelle Abschlussprozesse und personalisierte Angebote, was die Versicherungsunternehmen zwingt, ihre Geschäftsmodelle und Vertriebsstrategien anzupassen. Es erfordert eine stärkere Integration von Technologien wie KI und Datenanalysen, um den Kundenbedürfnissen gerecht zu werden und wettbewerbsfähig zu bleiben.

Der Vorteil: Die Beratungsqualität der Makler:innen steigt – und Kund:innen werden bestmöglich beraten und abgesichert, soerleben sie keine bösen Überraschungen im Schadensfall. Negative Touchpoints durch Deckungslücken entfallen, weil der Schutz nicht vomBeratenden alleine abhängt, sondern datenbasiert und analytisch vom Prozess und Produkt selbst ausgeht. Das ist moderner Versicherungsschutz: einfach, vollumfänglich, durchdacht.

In welchen Bereichen sehen Sie heute bereits funktionierende Innovationsansätze in der Versicherungsbranche – und wo liegen aus Ihrer Sicht aktuell noch ungenutzte Potenziale?
Oliver Brüß: Funktionierende Innovationsansätze finden sich insbesondere in den Bereichen in denen eine Nutzung von "Big Data“ schon heute sehr zielgerichtet möglich ist, z.B. in der Produktentwicklung von Telematik-basierten KFZ-Tarifen. Auch im Marketing bieten sich eine Vielzahl von Möglichkeiten zielgruppenspezifischer, personalisierter und effizienter zu arbeiten.

Insgesamt erscheint mir die Nutzung der vorhandenen (Daten-) Potenziale bei Versicherern durch entsprechende analytische und KI-Kompetenz jedoch an vielen Stellen noch in den Kinderschuhen zu stecken. Viele probieren sich bei der „Anwendung" von KI im Unternehmen im reinen „Wissensmanagement" aus. Die Optimierung relevanter Prozesse entlang der Wertschöpfungskette - von der Beratung im Verkauf bis zum Schadensmanagement -bietet aber noch ganz viel Potential, inkl. der Personalisierung von Angeboten und der Verbesserung der Kundeninteraktion. Datenseitig wird die mit „FiDA“ geplante EU-Verordnung in Richtung Open Finance u.a. für die Beratung und Produktentwicklung noch einmal ganz andere Möglichkeiten für die Risikoträger und Makler:innen bringen.

Sie sind der Branche über viele Jahre als Führungspersönlichkeit eng verbunden und begleiten sie heute weiterhin beratend mit einem breiteren Blick. Was sehen Sie heute anders – vielleicht auch klarer – als früher, und wie beeinflusst das Ihre Einschätzung von Trends und Potenzialen?
Oliver Brüß: Heute erkenne ich die Bedeutung von agilen Arbeitsweisen, Strukturen und Kundenfeedback klarer, was meine Einschätzung von Trends in Richtung schnellerer Anpassungsfähigkeit beeinflusst. Zudem hat sich die Arbeitskultur zwischen qualifizierten Mitarbeitenden und Führungskräften verändert. Es entsteht ein stärkerer Fokus auf Zusammenarbeit und Transparenz, wobei Mitarbeitende mehr Mitspracherecht und Verantwortung in Entscheidungsprozessen erhalten. Diese Entwicklung fördert Innovation und Engagement, was für die Anpassung an die sich wandelnden Marktbedingungen entscheidend ist.

Die Versicherungswelt steht vor grundlegenden Herausforderungen – von Effizienz bis Kundenerlebnis. Inwiefern sehen Sie digitale Assekuradeure als Teil der Lösung, um die Versicherungbranche zukunftsfähig aufzustellen?
Oliver Brüß: Assekuradeure waren und sind in Deutschland für Versicherer und Vertriebspartner eine Möglichkeit, um sich strategisch zu diversifizieren, neue Märkte, Zielgruppen und Distributionsnetzwerke zu erschließen sowie schnell auf Marktanforderungen zu reagieren. Die Möglichkeiten der Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette und Verbesserung der „Kundenreise" bieten zusätzliches Potential für Risikoträger, Vermittler und Kund:innen.

Der Assekuradeursmarkt verändert sich rasant. Welche Entwicklungen beobachten Sie – und worauf sollten Unternehmen bei Gründung oder Kooperation achten?
Oliver Brüß: Die aktuelle Dynamik im Assekuradeursmarkt – von Konsolidierungen über Insolvenzen bis hin zu Neugründungen durch Versicherer, Vertriebe oder Spezialanbieter – eröffnet Chancen, erfordert aber eine klare strategische Ausrichtung. Entscheidend ist, sich früh mit den Fragen ‚Where to play?‘ und ‚How to win?‘ auseinanderzusetzen. Gerade kleinere und mittelständische Assekuradeure sollten auf Kooperationen setzen, relevante Distributionskanäle besetzen und konsequent digital denken. Das bedeutet: automatisierte Abschlussstrecken, KI-gestützte Prozesse im Betrieb und effizientes Schadensmanagement – inklusive Deckungsund Rechnungsprüfung. Je einfacher und schneller die Serviceprozesse und Abläufe, desto höher die Zufriedenheit bei Kunden und Vermittlern – und desto attraktiver das Modell für Investoren und Risikoträger. Die Entwicklung bleibt spannend – und birgt enormes Potenzial für alle, die bereit sind, Verantwortung für Innovation zu übernehmen.

Finanzen & Versicherungen / digitale Transformation / Innovationspotenziale / Assekuradeure / Kundeninteraktion
[lifepr.de] · 22.07.2025 · 09:00 Uhr
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