WLFI-Investoren müssen neue 6-monatige Sperrfrist einhalten, um Stimmrechte zu erhalten

Ein Staking-Schwellenwert von $5 Millionen, der ausgewählten Investoren direkten Kontakt mit dem Führungsteam von World Liberty Financial ermöglicht, sorgt für Aufmerksamkeit. Das von Trump unterstützte Krypto-Projekt verändert damit die Machtverteilung innerhalb seiner Governance-Struktur.
Token-Sperrregel tritt in Kraft
WLFI-Token-Inhaber, die Stimmrechte erhalten möchten, müssen ihre Bestände nun für 180 Tage sperren. Der Vorschlag wurde mit 99,12% Zustimmung von 1.800 abgegebenen Stimmen angenommen. Allerdings stammen mehr als 76% dieser Token von nur 10 Nutzern, was Fragen zur tatsächlichen Repräsentation der Gemeinschaft aufwirft.
Ein jährlicher Ertrag von 2% wird Stakern angeboten, die während der Sperrfrist an mindestens zwei Governance-Abstimmungen teilnehmen. Token, die bereits gesperrt sind, sind nicht betroffen und können weiterhin ohne Unterbrechung abstimmen.
WLFI erklärte, dass die Änderung sicherstellen soll, dass nur Investoren, die sich langfristig für die Zukunft des Projekts engagieren, Einfluss auf dessen Ausrichtung nehmen können. Die sechsmonatige Anforderung wird als Filter für ernsthafte, langfristige Teilnehmer und nicht für kurzfristige Spekulanten betrachtet.
Große Einsätze bringen große Vorteile
Investoren, die bereit sind, 50 Millionen WLFI-Token zu staken – was etwa $5 Millionen entspricht – erhalten neben dem Ertrag auch direkten Zugang zum Führungsteam und zur Geschäftsentwicklung von WLFI. Laut WLFI-Sprecher David Wachsman handelt es sich dabei um den Zugang zum Geschäftsentwicklungsteam und den Unternehmensleitern, nicht zu den einzelnen Gründern, und es wird keine formelle Partnerschaft garantiert.
Die gestufte Struktur schafft jedoch eine klare Trennung zwischen alltäglichen Token-Inhabern und solchen mit tieferen Taschen. Zu den bekannten Namen im Führungsteam des Projekts gehören Eric Trump und Barron Trump als Mitbegründer, zusammen mit Zach und Alex Witkoff, den Söhnen von Steven Witkoff. Zach Witkoff ist CEO.
Banklizenzantrag noch ausstehend
Über die Governance hinaus hat WLFI größere Ambitionen im Finanzsektor. Das Projekt hat im Januar beim Office of the Comptroller of the Currency einen Antrag auf eine nationale Treuhandbanklizenz im Zusammenhang mit seinem Stablecoin USD1 gestellt und wartet noch auf eine Entscheidung.
Der Stablecoin ist zentral für das Ziel von WLFI, dezentrale Finanzanwendungen und andere Projekte zu unterstützen, die darauf abzielen, die globale Stellung des US-Dollars zu bewahren.
CEO Zach Witkoff hat Pläne zur Expansion in die Tokenisierung von Vermögenswerten angedeutet, wobei Immobilien sowie Öl und Gas zu den untersuchten Bereichen gehören. Berichten zufolge erwägt das Projekt auch die Gründung eines börsennotierten Unternehmens, das seine WLFI-Token halten soll.
Bisher wurden sechs Governance-Schnappschuss-Abstimmungen durchgeführt, die Themen von der Handelbarkeit des Tokens bis zur Erweiterung der Reichweite von USD1 abdecken. Dieser jüngste Vorschlag markiert einen Schritt in Richtung einer stärkeren Kontrolle darüber, wer zukünftig mitentscheiden kann.

