Wirtschaftsvertreter verlangen beherzte Reformen von Union und SPD
Deutschland steht vor einer kritischen wirtschaftlichen Phase, die vor allem hausgemachte Ursachen hat, erklären führende Wirtschaftsverbände. Rund 100 von ihnen, darunter prominente Namen wie die Arbeitgebervereinigung BDA, der Industrieverband BDI und der Handwerksverband ZDF, appellieren nun an die Union und SPD, die Bedürfnisse der Unternehmen in ihren Koalitionsverhandlungen deutlich stärker zu berücksichtigen.
Trotz der ernsten Lage scheinen die bisherigen Ergebnisse dieser Verhandlungen ernüchternd; die Vorhaben der Parteien blenden die aktuellen wirtschaftlichen Probleme weitgehend aus und lassen die notwendigen Impulse vermissen. Die Erklärung, die bereits an die Hauptverhandlungsgruppe von Union und SPD versandt wurde, fordert einen ambitionierteren Kurswechsel. Zentral ist hierbei die substantielle Reduzierung der Steuerlast für Unternehmen, die mit 30 Prozent international zu den höchsten gehört.
Die Verbände plädieren für ein konkurrenzfähigeres Niveau von maximal 25 Prozent, um Deutschlands internationale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Auch bei den sozialen Sicherungssystemen sei dringender Reformbedarf gegeben. Die Beiträge, so die Kritik, schwächen die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe und mindern das Einkommen der Beschäftigten. Zusätzlich verlangen die Wirtschaftsexperten den entschlossenen Abbau bürokratischer Hürden und Energiemaßnahmen, um die hohen Kosten zu senken.
Die Zukunftsfähigkeit Deutschlands hängt entscheidend davon ab, ob es sich weiterhin lohnt, Unternehmen hierzulande zu führen, mahnen sie. Sollte die angestrebte Regierung die notwendigen Reformen nicht zügig und konsequent realisieren, wird die Wirtschaftskraft des Landes bald noch stärkeren Belastungen ausgesetzt sein.

