Wirtschaftsupdate: Arbeitsmarkt, Atomkraft und Eurobonds im Fokus

Die jüngsten Entwicklungen in der internationalen Wirtschaft lassen aufhorchen. In den USA sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe nur marginal rückläufig. Die Anzahl der Anträge ging um 5.000 auf 227.000 zurück, was die Erwartungen von Analysten übertraf, die mit lediglich 223.000 Anträgen gerechnet hatten. Interessanterweise waren die Zahlen der Vorwoche von 231.000 auf 232.000 Anträge revidiert worden.
Parallel dazu liegt ein Fokus auf Brüssel, wo die Europäische Staatsanwaltschaft die Europäische Kommission ins Visier genommen hat. Grund sind Immobilienverkäufe an den belgischen Staat. Im Rahmen dieser Untersuchung gab es Durchsuchungen sowohl bei der Europäischen Kommission als auch bei der belgischen staatlichen Investmentgesellschaft SFPIM.
Frankreich richtet den Blick auf die Energiezukunft. Das Land plant den Bau von sechs neuen Atomkraftwerken bis 2038 und führt Debatten über den Bau von bis zu acht weiteren. Ein wesentliches Ziel ist die Verlängerung der Laufzeiten der bestehenden 57 Atomkraftwerke auf bis zu 60 Jahre, wodurch die späteren Stilllegungen älterer Anlagen vermieden werden sollen.
Ein weiteres wichtiges Thema auf europäischer Ebene ist die Schuldenpolitik. Italiens Premierministerin Giorgia Meloni äußerte sich offen gegenüber der Idee gemeinsamer europäischer Schulden, was das Potenzial hat, zu einer der kontroversesten Diskussionen unter den EU-Mitgliedstaaten zu werden. In diesem Zusammenhang sorgten Aussagen von Bundesbankchef Joachim Nagel, der Eurobonds befürwortet, für Irritationen in der Bundesbank.
Abschließend ein kurzer Blick auf die britische Wirtschaft, deren Wachstum enttäuschend gering bleibt. Das BIP stieg im letzten Quartal des Jahres um nur 0,1 Prozent, hinter den Erwartungen von 0,2 Prozent zurückbleibend.

