Wirtschaftshemmnisse trotz Erholung: Japanische Hersteller zeigen gemischte Gefühle
Die Stimmung unter japanischen Herstellern erholte sich im Januar, nachdem sie im Vormonat einen Dämpfer erlitten hatte. Ursache hierfür sind verbesserte Bedingungen in der Materialindustrie, wie aus einer Umfrage von Reuters Tankan hervorgeht. Dennoch bleibt der Ausblick flach, da Ungewissheiten über die von Trump vorgeschlagenen politischen Maßnahmen bestehen.
Ein optimistischer Geschäftstrend unterstützt die Einschätzung der Bank of Japan (BOJ), dass lohngetriebenes Wirtschaftswachstum zu einer stabilen Inflation von rund 2% führen wird. Eine Zinsanhebung könnte damit schon bei der nächsten Sitzung am 23. und 24. Januar gerechtfertigt sein.
In der Umfrage, an der 505 große, nicht-finanzielle japanische Unternehmen beteiligt waren, stieg die Stimmung unter Herstellern im Januar von minus 1 auf plus 2. Jedoch bleibt die Unsicherheit auf einem ähnlichen Niveau. Besonders der Aufschwung in der Stahl-, Ölraffinerie- und chemischen Industrie ist bemerkenswert, während sich die Stimmung in der Automobil- und Elektronikbranche abschwächte.
Auf Sicht von drei Monaten wird erwartet, dass die Herstellerstimmung im April unverändert bei plus 2 bleibt. Trotz des Optimismus in einigen Branchen bleibt die Gesamtperspektive neutral, und Unsicherheiten in der Automobil- und Halbleiterindustrie belasten weiterhin die Prognosen.
Selbst in robusten Sektoren bleibt die Inlandsnachfrage schwach. Der BOJ-eigene Tankan-Bericht spiegelte im Dezember diese ambivalenten Ansichten wider. Die Ungewissheit über die künftige US-Regierungspolitik, insbesondere im internationalen Handel mit dem am 20. Januar ins Amt kommenden Präsidenten Donald Trump, bleibt groß.
Im Dienstleistungssektor stieg der Index leicht von 30 auf 31, wobei die Zahl der Kundenbesuche, einschließlich der ausländischen Touristen, kontinuierlich wächst, wie ein Manager eines Einzelhandelsunternehmens berichtete. Ein Bauunternehmer bemerkte Fortschritte bei der Weitergabe von Kosten an Servicepreise trotz eines Arbeitskräftemangels.
Aktuelle Daten zeigen breite Lohnerhöhungen in Japan bei einem Inflationsniveau über dem 2%-Ziel der BOJ, was die Erwartung auf eine baldige Zinserhöhung anheizt, auch wenn der Verbrauch und die Industrieproduktion schwach bleiben.

