Wirtschaftliche Schicksalsfragen: Trump, die amerikanische Wirtschaft und unheilvolle Zeichen
Wie in einem Drama der griechischen Mythologie scheint US-Präsident Donald Trump mit einer beunruhigenden Portion Übermut die Geschicke der US-Wirtschaft zu lenken. Diese Beobachtung teilt der ehemalige IWF-Funktionär Desmond Lachman, der aktuell als Senior Fellow beim American Enterprise Institute tätig ist.
Trotz ernstzunehmender Warnungen von hochrangigen Experten wie Fed-Chef Jerome Powell, JPMorgan-CEO Jamie Dimon und BlackRock-CEO Larry Fink setzt Trump unvermittelt seine umstrittene Politik fort. Insbesondere die Auswirkungen von Zöllen auf Inflation und Wachstum sowie die Folgen seines Steuergesetzes für Anleiherenditen und den US-Dollar sind Teil dieser Bedenken.
Lachman warnt davor, dass dieses beharrliche Ignorieren der Warnungen die US-Wirtschaft möglicherweise in eine Rezession stürzen könnte, indem Inflation angeheizt und langfristige Anleiherenditen erhöht werden. In jüngster Vergangenheit überraschte Trump erneut mit einer drastischen Erhöhung der Zölle auf Aluminium- und Stahlimporte auf 50 %, während er gleichzeitig keine ernsthaften Bemühungen zeigt, das Haushaltsdefizit von 6,25 % des BIP zu reduzieren.
Stattdessen treibt er mit Nachdruck die Verabschiedung seines kostenintensiven Gesetzes voran. Zwar blieben Inflation und Arbeitsmarkt bislang stabil, doch Lachman betont, dass die wahre Wirkung der Zölle erst im späteren Jahresverlauf zu spüren sein könnte, da Unternehmen bereits im Voraus Lagerbestände aufgestockt haben.
Dies könnte zudem zu einem Rückgang des Wertes des US-Dollars führen, was ausländische Investitionen weiter schwächt und die Zinsraten für langfristige Staatsanleihen in die Höhe treibt. In einem solchen inflationären Umfeld steigt das Risiko für US-Aktien angesichts bereits hoher Bewertungen.
Der Shiller-Kurs-Gewinn-Verhältnis-Index des S&P 500 ist ein Indikator für diese Gefahr und stellt in Kombination mit einer möglichen Anleihe- oder Dollar-Krise eine Bedrohung für den Aktienmarkt dar. Trump hat mit seinen universellen Zollerhöhungen bislang der konventionellen Logik und den Warnungen führender Ökonomen scheinbar getrotzt.
Doch mit dem Steuergesetz in der Pipeline bleibt die Frage offen: Werden Trumps Flügel – und damit die US-Wirtschaft und der Aktienmarkt – bald zu schmelzen beginnen?

