Wiener Börse schließt mit soliden Gewinnen – Stahlwerte im Fokus
Die Wiener Börse erlebte einen Aufschwung und ging mit einem Plus aus der Handelswoche. Der ATX legte um 0,52 Prozent auf 4.654,25 Punkte zu. Auch andernorts in Europa zeigten sich die Märkte gegen Ende der Woche freundlich gestimmt.
Positive US-Wirtschaftsdaten wurden in den europäischen Handelsplätzen registriert, hatten jedoch nur einen begrenzten Einfluss. Der PCE-Kerndeflator, ein von der Federal Reserve favorisiertes Inflationsmaß, stieg im August um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese Zahl liegt weiterhin über dem Ziel der Fed. Weiter Auftrieb erhielten Konsumausgaben und private Einkommen, die sich im August stärker entwickelten als prognostiziert. Die Konsumentenstimmung in den USA, gemessen von der Universität Michigan, enttäuschte im September und fiel stärker als erwartet. Dennoch verbleibt Raum für Spekulationen über mögliche Zinssenkungen durch die US-Notenbank, wie Experten anmerkten.
In Wien waren Voestalpine-Aktien besonders gefragt und führten die Gewinnerliste im ATX mit einem Anstieg von 3,3 Prozent an. Zudem stiegen die Stahlwerte europaweit, nachdem die EU laut einem 'Handelsblatt'-Bericht über neue Schutzmaßnahmen gegen chinesische Billigimporte nachdenkt. Bereits in den nächsten Wochen könnte die EU-Kommission Schutzzölle zwischen 25 und 50 Prozent verhängen.
Auch Strabag- und Vienna Insurance Group-Aktien waren gefragt, mit einem Plus von 2,4 Prozent beziehungsweise 2,1 Prozent. Palfinger verzeichnete einen leichten Anstieg um 0,9 Prozent, nachdem die Deutsche Bank ihre Kaufempfehlung bekräftigt hatte.
Die Wienerberger-Aktien gerieten unter Druck, sie verloren 5,2 Prozent und bildeten das Schlusslicht im ATX. Lenzing-Aktien fielen um 4,5 Prozent, bedingt durch Berichte über mögliche Stellenstreichungen. Der Hersteller könnte bis zu 500 Arbeitsplätze abbauen. Schließlich verloren AT&S-Papiere im Einklang mit dem schwachen Trend bei Halbleiterwerten 1,8 Prozent.

