Wiener Börse schließt mit Gewinnen - US-Arbeitsmarktdaten dämpfen Hoffnungen auf Zinssenkungen
Die Wiener Börse konnte am Freitag positive Gewinne verbuchen. Der ATX schloss den Tag mit einem Plus von 0,96 Prozent bei 3321,76 Punkten ab. Auch der breiter gefasste ATX Prime stieg um 1,04 Prozent auf 1666,80 Zähler. Dieser positive Trend war auch an anderen Börsen in Europa zu beobachten, obwohl robuste US-Arbeitsmarktdaten die Hoffnungen auf bald sinkende Leitzinsen etwas gedämpft hatten.
Der am Freitag veröffentlichte Arbeitsmarktbericht der US-Regierung für November zeigte ein insgesamt solides Bild vom Arbeitsmarkt. Außerhalb der Landwirtschaft wurden 199.000 neue Stellen geschaffen, während Analysten im Schnitt lediglich mit 185.000 gerechnet hatten. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen zum Vormonat deutlicher als erwartet um 0,4 Prozent.
Die Anleger hatten von diesen Zahlen Hinweise auf die künftige Politik der US-Notenbank erwartet. Viele Marktteilnehmer hoffen derzeit auf Leitzinssenkungen im Frühjahr. Allerdings lassen ein starker Arbeitsmarkt und steigende Löhne solche Maßnahmen weniger wahrscheinlich erscheinen. Die Analysten der Commerzbank schrieben in einer ersten Reaktion auf die Zahlen: "Der Bericht stützt unsere Einschätzung, dass die US-Notenbank die Leitzinsen nicht so früh senken wird, wie der Markt es eingepreist hat."
Am späten Nachmittag sorgten dann allerdings aktuelle Daten zur US-Verbraucherstimmung für positive Impulse. Das entsprechende Barometer stieg im Dezember überraschend deutlich auf 69,4 Punkte, wie die Universität Michigan zu ihrer monatlichen Umfrage mitteilte. Die Konsumenten bewerteten ihre Lage und auch die Aussichten weit besser als zuvor. An den Märkten wurde vor allem positiv bewertet, dass auch die Inflationserwartungen der Konsumenten sanken.
Zum Wochenschluss waren OMV-Aktien an der Wiener Börse besonders gefragt und legten um 1,0 Prozent zu. Die Rohölpreise konnten sich am Freitag leicht von den kräftigen Verlusten der vergangenen Tage erholen. Auch AT&S-Aktien wurden bei höherem Volumen nachgefragt und stiegen um 3,3 Prozent.
Nach einer Empfehlung der Analysten von JPMorgan konnte auch Andritz mit einem Kursgewinn von 1,9 Prozent auf 52,15 Euro punkten. Die Aktien des Anlagenbauers wurden auf ihre "Positive Catalyst Watch"-Liste gesetzt und von den Experten mit "overweight" eingestuft. Das Kursziel wurde auf 70 Euro festgelegt. Die Analysten betonten, dass Andritz mit seinem "grünen Portfolio" gut für die Energiewende aufgestellt sei.
Die größten Gewinner im Prime Market waren Warimpex mit einem Aufschlag von 10,8 Prozent. Die größten Verlierer hingegen waren AMAG mit einem Minus von 1,9 Prozent. Schwach zeigten sich Lenzing, die bei höherem Volumen 1,5 Prozent verloren. (eulerpool-AFX)

