Investmentweek

Wie Harvard 53 Milliarden versenkt – und Trump applaudiert

10. Juni 2025, 14:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Die reichste Universität der Welt rutscht trotz gigantischem Vermögen in die Finanznot. Donald Trump nutzt den Moment – und ein Stiftungsmodell gerät ins Wanken.

Cambridge – Die reichste Universität der Welt geht auf Betteltour. Ausgerechnet Harvard, das legendäre Machtzentrum des US-amerikanischen Bildungsbürgertums, kämpft mit einer Finanzierungskrise.

Dabei verwaltet die Elitehochschule ein Stiftungsvermögen von 53 Milliarden US-Dollar – mehr als Daimler wert ist. Aber während der Campus sich gern mit intellektueller Überlegenheit schmückt, fehlt es im Maschinenraum der Bilanz an einer simplen Tugend: Liquidität.

Stiftungsmodell mit Schönheitsfehlern

Der Kern des Problems liegt nicht im Geld – sondern darin, wie Harvard es investiert. Das „Endowment-Modell“, populär gemacht von Yale-Legende David Swensen, setzt auf illiquide Anlageklassen: Private Equity, Venture Capital, Waldflächen in Neuseeland.

Das Ziel: hohe, langfristige Renditen. Die Realität: kurzfristiger Geldmangel, wenn die Märkte lahmen und Käufer fehlen.

Die Folge: Harvard sitzt auf Milliarden – kommt aber nicht ran. Wer seine Private-Equity-Fondsanteile in einem kalten Markt verkauft, riskiert Abschläge von 30 bis 50 Prozent.

Damit nicht genug: Ein solcher Verkauf würde buchhalterisch als Abwertung der Gesamtanlage gelten – ein Albtraum für jedes Reputationsmanagement. Harvard will nicht bluten. Also verkauft es lieber nicht.

Wenn Wokeness Rendten kostet

Harvards Krise ist nicht rein finanziell. Sie ist auch selbstverschuldet – kulturell, politisch, kommunikativ. Spätestens seit dem verunglückten Auftritt der Universitätspräsidentin Claudine Gay vor dem US-Kongress ist das Stiftungsumfeld toxisch.

Ihre verharmlosende Antwort auf antisemitische Parolen im Zusammenhang mit Gaza-Protesten kostete sie den Posten – und Harvard das Vertrauen vieler Spender.

53 Milliarden Dollar – und kein Cash: Harvard scheitert am eigenen Investmentmodell, das zwar Rendite verspricht, aber kaum kurzfristig verfügbar ist.

Dass danach über 100 Professoren Gay verteidigten, während Plagiatsvorwürfe gegen sie aufkamen, verschärfte die öffentliche Wahrnehmung: Eine Uni, die sich in ideologische Grabenkämpfe verstrickt hat – und jeden inneren Kompass verloren zu haben scheint.

Ergebnis: Die Spendenströme versiegen. Ausgerechnet in einer Phase, in der jede Million zählt.

Trump droht – und trifft Harvard ins Mark

Donald Trump erkannte früh die politische Wucht dieser Krise. Der ehemalige US-Präsident drohte unverblümt mit Visa-Hürden für internationale Studenten – eine Gruppe, die Harvard bitter braucht.

Denn ausländische Studierende zahlen in der Regel die vollen Gebühren. Sollte Trump seine Drohung wahrmachen, brächen Harvard über 15 % seiner Einnahmen weg – ein Fünftel des Budgets, auf einen Schlag.

Trump nutzt die Lage für seinen Kulturkampf: gegen Eliten, gegen Diversitätsprogramme, gegen alles, was nach „woke“ riecht. Und Harvard liefert ihm unfreiwillig die Munition.

Elite auf Pump

Um liquide zu bleiben, begibt sich Harvard nun selbst in Abhängigkeit. Die Universität erhöht ihre Anleiheschulden auf 8,5 Milliarden Dollar – eine gefährliche Wette: Nur solange das Stiftungsvermögen besser rentiert als die Anleihezinsen, geht die Rechnung auf. Und das, während der Finanzmarkt wackelt und die USA in eine neue politische Unwägbarkeit taumeln.

Dabei war Harvard einst ein Vorbild für unternehmerisches Hochschuldenken. Heute wirkt die Universität wie ein Hedgefonds mit angeschlossener Vorlesungsreihe – dessen Kalkül nicht mehr aufgeht.

Das Ende der akademischen Selbstüberschätzung

Der Fall Harvard zeigt: Auch Institutionen mit Milliarden können sich überschätzen – und von innen ausbluten. Woke Politik, überhebliche Kommunikation und ein zu illiquides Investitionsmodell treffen nun auf eine zunehmend aggressive Außenwelt, die keinen Respekt mehr vor alten Namen hat.

Und Europa? Sollte sich keine Illusionen machen. Der „Brain Drain“ bleibt aus – Forscher bleiben dort, wo die Etats stimmen. Oder, wie der Chef des französischen CNRS sagte: „Wir reden von ein paar Dutzend.“ Selbst Woke-Akademiker wissen, wo die besseren Gehälter warten.

Politik
[InvestmentWeek] · 10.06.2025 · 14:00 Uhr
[3 Kommentare]
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