Wetterextreme in der Türkei: Niederschläge auf historischem Tiefstand
Die Türkei erlebt derzeit eine außergewöhnliche Trockenperiode. Einem Bericht des staatlichen türkischen Wetterdienstes zufolge, verzeichnete das Land in den letzten zwölf Monaten den geringsten Niederschlag seit über einem halben Jahrhundert. Mit lediglich 422,5 mm Regen zwischen Oktober 2024 und September 2025 liegt die Niederschlagsmenge 26 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt.
Besonders dramatisch trifft die Dürre die im Südosten gelegene Provinz Mardin, die im September gänzlich ohne Regen auskommen musste. Auch die bei Touristen geschätzte Marmararegion kämpfte im Sommer mit einer meteorologischen Dürresituation von moderater bis schwerer Intensität. Dies führte in vielen Urlaubsorten zu zeitweise abgeschaltetem Wasser, um die knappen Reserven effizient zu nutzen.
In der westlichen Provinz Bursa, die traditionell als "Stadt des Wassers" bekannt ist, spitzt sich die Lage weiter zu. Hier sind inzwischen tägliche Wassersperren von bis zu zwölf Stunden an der Tagesordnung. Experten wie Dursun Yildiz, Vorsitzender des Verbands für Wasserpolitik, machen neben den fehlenden Niederschlägen auch Versäumnisse im Wassermanagement für die Krise verantwortlich. Der staatliche Sender TRT beschreibt zudem einen bedrohlichen Rückgang der Trinkwasservorräte in der Region, dessen Wasser auch nach Deutschland exportiert wird.

