Wer viel hat, sollte auch etwas geben

17. März 2016, 15:30 Uhr · Quelle: klamm.de
Wer viel hat, sollte auch etwas geben
Wer viel hat, sollte auch etwas geben

Ob der Sozialstaat so groß sein muss wie er aktuell ist, ist politisch heftig umstritten. Dennoch ist es offensichtlich, auch abgesehen von der neueren Flüchtlingsproblematik, dass der Anteil derer in unserer Gesellschaft, die aufgrund von Armut nicht in vollem Umfang am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können immer größer wird. Auch die WHO hat in letzter Zeit noch einmal bestätigt, dass sich die sogenannte "Schere zwischen Arm und reich" weltweit immer weiter öffnet. Woran liegt das?

Umverteilung klappt gut

Studien belegen zwar dass die Umverteilung im Sozialstaat, gerade in Deutschland erstaunlich gut funktioniert. Wer viel hat muss viel geben und wer wenig hat bekommt viel dazu. Soviel zur Theorie und den Statistiken. Das bei vielen dennoch am Ende des Monats nichts mehr übrig bleibt muss also, sollte die Umverteilung über Steuern wirklich so gut funktionieren, andere Ursachen haben.

Ein Durchschnittshaushalt in Deutschland erhält über die diversen Kanäle etwa 820 Euro im Monat. Ohne die Einkommenssteuer, die bei Gutverdienern besonders hoch ausfällt wäre der Sozialstaat jedoch relativ ungerecht. Haushalte mit Einkommen von 2000 bis 2500 Euro Netto pro Monat erhalten zwar am meisten Zuschüsse, nämlich durchschnittlich 970 Euro im Monat, bei Haushalten mit monatlichen Einkommen von rund 10.000 Euro sind es aber immerhin noch 625 Euro die pro Monat dazu kommen. Das können Pensionen, Renten oder auch Familienleistungen wie Kindergeld sein. Bei solch hohen monatlichen Einkommen stellt sich die Frage, inwieweit eine solche "Bezuschussung" noch sozial im Sinne von gemeinnützig ist. Auf der anderen Seite zahlen Besserverdiener deutlich mehr Steuern und tragen somit erheblich zu den Staatseinnahmen bei. Hier eine Statistik, die diesbezüglich etwas weiter in die Tiefe geht.

Geld ist nicht das einzige Problem

Für viele scheinen also die Abgaben und Steuern die sie zahlen eine Art Freifahrtschein für ihr persönliches Engagement oder eben "Nicht­Engagement" zu sein.

"Durch meine Arbeit finanziere ich diesen Staatsapparat und der soll sich gefälligst auch um die Probleme kümmern!"

Eine solche Einstellung ist jedoch realistisch betrachtet naiv und bei weitem zu kurz gedacht. Gesellschaftliches Engagement hat nicht nur mit Geldleistungen zu tun. Neben finanzieller Armut gibt es auch andere Formen von Armut wie geistige Armut oder Armut an sozialen Kontakten. Ein Sozialstaat der sich um alle Mitglieder der Gesellschaft bemüht muss auch dezentrale Möglichkeiten bieten, die Bedürftigen zugute kommen. Meist sind gemeinnützige Organisationen aber privat finanziert oder durch Bürgerschafts­Engagement entstanden. Hier könnte der Staat weitere Anreize schaffen.

Spenden und Hilfsaktionen

Auch Unternehmen aller Branchen und Größen fühlen sich dann und wann ihrer sozialen Verantwortung schuldig und weisen neben Spenden auch auf Probleme hin. Das Team von Mein-Deal beispielsweise, hat etwa im Rahmen einer Spendenaktion zum vergangenen Weihnachtsfest auf gesellschaftliche Missstände und Ungleichheiten aufmerksam gemacht. Jeder Einzelne kann dazu beitragen, dass die schwächsten der Gesellschaft nicht alleine gelassen werden, denn Armut ist meist ein schleichender Prozess der nicht oft einen sozialen Abstieg mit sich zieht. Drogenprobleme, Obdachlosigkeit und Resignation sind nicht selten das Ende dieses Prozesses.

Wenn man sich vor Augen hält, wie viele Summen monatlich bewegt werden, sei es durch Umverteilung, Spenden oder auch in Form von Gütern, bleibt letzten Endes der Eindruck irgendwo würde Geld versickern. Letzten Endes ist jeder mitverantwortlich für das gesellschaftliche Zusammenleben und es kann nicht schaden sein eigenes Verhalten im Bezug auf mehr Engagement zu überprüfen. In diesem Sinne: Wer viel hat, sollte auch etwas geben.

Politik / Finanzen / Sozialstaat / Umverteilung
17.03.2016 · 15:30 Uhr
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