Wenn Tschechiens Premier den Globus dreht
Der tschechische Regierungschef Andrej Babis hat die internationale Aufmerksamkeit auf sich gelenkt, indem er sich zu Bildungszwecken einen kostspieligen Globus zugelegt hat. In einem Gespräch mit Journalisten erklärte er, dass der Erwerb dieses Lernobjekts ihm besser als gewöhnliche Karten geholfen habe, den Standort von Grönland zu verstehen – ein bemerkenswerter Kauf, der mit 15.000 Kronen zu Buche schlug, was umgerechnet mehr als 600 Euro entspricht. Wenig überraschend erntete Babis für diese bildungspolitisch motivierte Prachtinvestition Spott aus den sozialen Medien, wo man seine geografischen Grundkenntnisse in Frage stellte.
In einer nachträglichen Erklärung bemühte sich der Premier um eine augenzwinkernde Klarstellung. Mit einem deutlichen Schmunzeln erläuterte er, dass Grönland auf traditionellen Karten irreführend groß erscheine. Auf einem Globus hingegen offenbare sich der reale Größenunterschied zwischen Grönland und Kontinentalmassen wie den USA oder Europa. Ebenso verdeutliche ein dreidimensionales Modell, wie nah Russland tatsächlich an Grönland liegt – bis hin zur detailgetreuen Flugbahn russischer Raketen über den Nordpol in Richtung Nordamerika.
Zu den angespannten Verhältnissen zwischen den USA und Dänemark in Bezug auf Grönland gab Babis lediglich vorsichtige Kommentare ab. Er hob die Zugehörigkeit Grönlands zum dänischen Königreich hervor, sprach sich jedoch für eine diplomatische Lösung aus, um eine Spannungseskalation unter den NATO-Partnern zu vermeiden. Babis, ein entschiedener Unterstützer des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, nimmt aktuell seine dritte Amtszeit als tschechischer Regierungschef wahr.

