Weltpandemievertrag in der Zielgeraden – Letzte Hürden vor der Verabschiedung
Der globale Kampf gegen künftige Pandemien steht vor einem entscheidenden Meilenstein. In Kürze sollen die letzten Hürden für einen weltweiten Pandemievertrag überwunden werden. Die Verhandler planen, am Dienstag erneut zusammenzukommen, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf mitteilt. Noch sind einige Vertragsinhalte mit den nationalen Regierungen abzustimmen, bevor der Vertrag im Mai bei der Weltgesundheitsversammlung in Genf offiziell verabschiedet werden kann.
Ziel des Vertrags ist es, das Chaos vergangener Pandemien zu verhindern und sicherzustellen, dass alle Menschen weltweit zügig Zugang zu Schutzmaterialien und Impfstoffen haben. Die Notwendigkeit einer solchen Übereinkunft steht für die WHO außer Frage, denn die nächste Pandemie ist nur eine Frage der Zeit.
Neben der Stärkung von Gesundheitssystemen, um unbekannte Krankheiten schnell zu erkennen und zu bekämpfen, konzentriert sich der Vertrag auf die gerechte Verteilung von Medikamenten und Impfstoffen im Ernstfall. Jedoch erschweren die jüngsten Kürzungen in der Entwicklungshilfe und der Austritt der USA aus der WHO die Umsetzung dieser Pläne. Besonders kritisch ist Artikel 12, der die faire Verteilung von medizinischen Ressourcen regelt – ein Punkt, der in der Vergangenheit zu erheblichen Spannungen führte.
Eine der zentralen Fragen bleibt, wie Länder und Pharmaunternehmen kooperieren sollen, um Proben von Krankheitserregern zu teilen. Ebenso umstritten ist, inwieweit Pharmafirmen verpflichtet werden sollen, Produkte kostengünstig zur Verfügung zu stellen. Der Vertrag wird nur für die Länder bindend sein, die ihn ratifizieren. Nationale Regierungen behalten weiterhin die alleinige Entscheidungsgewalt über Maßnahmen wie Lockdowns.

