Wellenbruch in der Chemiebranche: Tarifverhandlungen vertagt
In der Chemie- und Pharmabranche Deutschlands bleiben die Fronten hart: Die jüngste Tarifrunde, in der es um die Bezahlung von rund 585.000 Beschäftigten in 1.700 Betrieben geht, endete ohne Einigung. Nach zwei intensiven Verhandlungstagen in Hannover einigten sich die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) darauf, die Gespräche Ende Februar in Wiesbaden fortzusetzen.
Im Mittelpunkt der Verhandlungen stehen die Entgeltforderungen der Gewerkschaft, die eine Stärkung der Kaufkraft erzielen möchte. Die Arbeitgeber pochen hingegen auf Zurückhaltung und versprechen sich von einer "tarifpolitischen Atempause" eine Stabilisierung der angeschlagenen Branche.
Ein konkretes Angebot seitens der Arbeitgeber blieb bisher aus. Die IG BCE zeigt sich jedoch unnachgiebig: "Eine Nullrunde wird es mit uns nicht geben", stellte IG-BCE-Verhandlungsführer Oliver Heinrich klar.
Matthias Bürk vom BAVC verteidigte hingegen die Zurückhaltung und verwies auf die Krise innerhalb der Branche, die keine Spielräume für Lohnerhöhungen zuließe. Die Forderung nach tariflichen Instrumenten zur Beschäftigungssicherung stößt ebenfalls auf Widerstand: "Sichere Arbeitsplätze lassen sich nicht verordnen", betont Bürk.

