Weleda erwägt US-Produktion wegen Handelskonflikten: Expansion und Innovation im Fokus
Der Schweizer Naturkosmetikhersteller Weleda nimmt mögliche US-Produktionsstätten ins Visier, um auf angedrohte Zölle auf europäische Waren zu reagieren. CEO Tina Müller betont die Relevanz dieses Schritts im Rahmen ihrer Internationalisierungsstrategie. Dabei wird geprüft, ob lediglich in den USA abgefüllt oder auch vollständig produziert werden soll.
Mit einem florierenden Geschäftsjahr im Rücken richtet Weleda sein Augenmerk verstärkt auf eine jüngere Zielgruppe. So war das Unternehmen bereits beim Start des Tiktok-Shops in Deutschland aktiv, was einen direkten Einkauf über die App ermöglicht. Die steigende Nachfrage führt dazu, dass in Schwäbisch Gmünd, einem bedeutenden Standort des Unternehmens, der Personalaufbau ansteht. Die kürzlich eröffnete Logistikzentrale wird bis Ende 2024 um weitere Mitarbeiter ergänzt und zielt auf insgesamt 930 Beschäftigte ab.
Besonders erfolgreich zeigen sich Weledas Augenpflegeprodukte mit einem Umsatzwachstum von 32 Prozent. Dies ist auf die wachsende Zahl von Menschen mit Bildschirmtätigkeiten zurückzuführen. Dennoch sieht Müller in anderen Produktkategorien weiteres Potenzial.
Trotz vergangener Herausforderungen hat Weleda unter der Führung der früheren Douglas-Chefin einen beachtlichen Wachstumskurs eingeschlagen. Der Umsatz legte 2024 in einigen internationalen Märkten zweistellig zu, global um 8,3 Prozent auf 456,2 Millionen Euro. Das Ebit hat sich auf 28,3 Millionen Euro mehr als verdoppelt, wodurch Müller zuversichtlich ist, den Umsatz bis 2030 zu verdoppeln. Neue Produktlinien und die Einführung von Weleda-Erzeugnissen in Parfümerien sind angekündigt.
Mit einer neuen Pflegeserie, die in Kooperation mit der schwedischen Prinzessin Madeleine entwickelt wurde, zielt Weleda auf Babys, Kinder und Teenager ab. Diese und andere Produkte werden auf Tiktok von Influencerinnen ab 18 Jahren beworben, da Müller Tiktok als zukünftigen Leitkanal für Beauty-Produkte sieht. Ihr Fokus liegt auf der Generation Z und der nachfolgenden Generation Alpha.

