Wechsel im Kabinett der Ukraine - Neuer Verteidigungsminister ernannt
In einem markanten Politikumbruch hat die Ukraine mit der Ernennung von Mychajlo Fedorow den vierten Verteidigungsminister seit Beginn der russischen Invasion erhalten. 277 Abgeordnete stimmten im Parlament für die Einsetzung des ehemaligen Digitalisierungsministers, nachdem Präsident Wolodymyr Selenskyj selbst die Kandidatur eingereicht hatte. Interessanterweise war bereits ein Tag zuvor ein vorheriger Versuch zur Bestätigung Fedorows gescheitert.
Selenskyj betonte in seiner Ansprache die dringende Notwendigkeit, die Flugabwehr des Landes zu verbessern, um den "Himmel zu schützen" und verwies auf konkrete Schritte, die rasch umgesetzt werden müssen. Fedorow, der sich im Plenum den Herausforderungen stellte, hob den akuten Soldatenmangel hervor, da rund zwei Millionen Männer die Mobilisierung verweigerten und 200.000 Soldaten desertierten oder unerlaubt Einheiten verließen. Zudem bemängelte er die veraltete Organisationsstruktur des Militärs und den überschüssigen Verwaltungsapparat.
Parallel hierzu erfährt das ukrainische Kabinett einen weiteren wichtigen Personalwechsel. Denys Schmyhal, Ex-Regierungschef, wurde als neuer Energieminister und erster Vizeregierungschef bestätigt. Schmyhal, der bis Juli 2025 die Regierung führte, übernimmt diesen Posten nach nur sechs Monaten Amtszeit als Verteidigungsminister. Julia Swyrydenko, die aktuelle Regierungschefin, ist weiterhin in ihrer Rolle aktiv, nachdem sie unter Schmyhal schon als erste Stellvertreterin fungierte.
Inmitten dieser politischen Neuordnung bemüht sich die Ukraine mit kräftiger westlicher Unterstützung, die fast vier Jahre andauernde russische Invasion abzuwehren. Seit 2019 hatte Fedorow als Digitalisierungsminister die Modernisierung der Verwaltungsprozesse geleitet und während des Krieges auch den Ausbau der Drohnenproduktion im Land vorangetrieben.

