Webasto im Umbruch: Sanierungsexperte soll Veränderungen vorantreiben
Der Automobilzulieferer Webasto, spezialisiert auf Heiz-, Kühl- und Lüftungssysteme sowie Batteriesysteme für Elektroautos, steht vor einer umfassenden Umstrukturierung. In einer aktuellen Mitteilung verkündet das Unternehmen die Berufung des externen Sanierungsexperten Johann Stohner in den Vorstand als Chief Restructuring Officer.
Bereits im Frühling des vergangenen Jahres hatte der Vorstandsvorsitzende Holger Engelmann die Dringlichkeit eines 'Optimierungsprogramms' betont, das einschneidende Maßnahmen einschließlich eines Stellenabbaus vorsah. Angesichts des großen Gewinnrückgangs und der Herausforderungen insbesondere im chinesischen Markt erwies sich dieses Programm als unzureichend. Mit der Unterstützung von Stohner hofft Webasto nun, die internen Strukturen grundlegend zu überarbeiten.
Ein Weg, der eine Reduzierung in der Produktion und Entwicklung, eine Verschlankung der Organisation sowie eine Fokussierung des Produktportfolios einschließt, soll eingeschlagen werden. Die wirtschaftliche Zusicherung erfolgt durch eine am 23. Dezember des Vorjahres mit Gläubigern vereinbarte Stabilisierungsvereinbarung, die den finanziellen Handlungsspielraum bis Mai 2025 sichert. Ein unabhängiges Beratungsgutachten zur weiteren Restrukturierung wird bis Ende März 2025 erwartet.
Die Probleme im wichtigen Absatzmarkt China stellen eine besondere Herausforderung dar. Deutsche Automobilhersteller und ihre Zulieferer wie Webasto kämpfen mit der wachsenden Konkurrenz durch chinesische Elektroautohersteller. Diese Marktdynamik hat das Chinageschäft, einst ein Wachstumsmotor, in einen Krisenherd verwandelt. Infolge dessen sind auch andere große Zulieferer der Branche, darunter Bosch und Continental, gezwungen umfangreiche Sparmaßnahmen zu ergreifen.

