Verhandlungsstopp des Iran zieht Dax zum Wochenstart ins Minus

01. Juni 2026, 17:49 Uhr · Quelle: dts Nachrichtenagentur
Frankfurter Börse
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Der Dax schloss 0,4 Prozent tiefer, nachdem der Iran Gespräche mit den USA abbrach und die Straße von Hormus schloss.

Frankfurt/Main - Zum Wochenstart hat der Dax Verluste gemacht. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 25.003 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 0,4 Prozent im Vergleich zum vorherigen Handelstag.

Deutlicher Ausreißer war die Aktie von SAP, die klar die Spitze der Kursliste anführte. Die eindeutige Mehrheit der Papiere notierte dagegen im roten Bereich. Besonders traf es die Aktien von Rheinmetall, Airbus und MTU.

"Zur Mittagszeit hatte das Schwergewicht SAP den Dax noch deutlich in die Pluszone geschoben", sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. "Als dann aber die Meldung über die Ticker lief, der Iran hätte alle Gespräche mit den USA abgebrochen und die Straße von Hormus erneut geschlossen, sprang der Ölpreis nach oben und die Gewinne des Dax lösten sich in Luft auf. Die Sorgen einer Fortsetzung des Iran-Kriegs bleiben in den Köpfen der Anleger präsent."

"Es ist vollkommen unklar, ob es nach dem aktuellen Zwischenschritt in Form einer Waffenruhe von 60 Tagen tatsächlich zu einem nachhaltigen Frieden im Nahen Osten kommen kann und wird. Die Unsicherheit spiegeln die Energieträgerpreise wider, die sich von ihren hohen Preisniveaus nicht wirklich lösen können. Auch wenn die extremen Niveaus zwischenzeitlich verlassen wurden, bleibt die Gefahr einer nachhaltigen Teuerungsrate in den Finanzmärkten latent vorhanden."

"Die Aktien von SAP profitierten heute von den Cloud-Fantasien rund um Künstliche Intelligenz. Plötzlich sahen die Investoren nun auch bei dem Walldorfer Softwarekonzern ein erhebliches Nachholpotential. Zu lange wurden lediglich die Risiken durch den disruptiven Charakter der KI im SaaS-Bereich gesehen und so verkannt, dass auch diese Unternehmen einen erheblichen Infrastrukturbeitrag leisten. Ähnliche Kursbewegungen zeigten sich jüngst bei anderen Unternehmen aus dem Sektor, wie ServiceNow und Salesforce. Insgesamt aber tun sich die Anleger in Frankfurt weiter schwer damit, die FOMO-Euphorie im Technologiesektor mit Bezug auf KI und Halbleiter auf den deutschen Aktienmarkt zu übertragen."

"Interessant ist allerdings, dass sich der Mai als verhältnismäßig guter Börsenmonat gezeigt hat und die Investoren auch zu Beginn des neuen Monats noch keine Tendenz für einen Rückzug aus den Aktienmärkten zeigen. Die Themenlage lädt eigentlich wenig dazu ein, Risiken über die Sommermonate mitzunehmen. Dass sich der Dax dennoch weiter in Schlagdistanz zu seinem Allzeithoch aufhält, spricht für eine hohe Resilienz der Anleger gegenüber den derzeitigen Risiken und hohen Bewertungen", sagte Lipkow.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Montagnachmittag schwächer: Ein Euro kostete 1,1623 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8604 Euro zu haben.

Der Goldpreis ließ deutlich nach, am Nachmittag wurden für eine Feinunze 4.471 US-Dollar gezahlt (-1,5 Prozent). Das entspricht einem Preis von 123,68 Euro pro Gramm.

Der Ölpreis stieg unterdessen stark: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Montagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 96,34 US-Dollar, das waren 5,7 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.

Wirtschaft / Deutschland / Börse / Börsenbericht / Iran / Ölpreis / SAP
01.06.2026 · 17:49 Uhr
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