Britisches Königshaus

Was wird aus «Fergie»? Andrews Ex-Frau verliert alles

31. Oktober 2025, 13:09 Uhr · Quelle: dpa
Sarah Ferguson, Ex-Frau von Prinz Andrew, verliert ihr Zuhause in der Royal Lodge durch den Epstein-Skandal. Trotz gemeinsamer Vergangenheit erwartet sie nun eine unsichere Zukunft.

London (dpa) - Das war es dann auch mit dem royalen Zuhause für die jahrzehntelang so widerstandsfähige Sarah Ferguson. Nach dem tiefen Fall ihres Ex-Manns Andrew, der nun auch seinen Prinzen-Titel verliert, muss die in Deutschland bestens bekannte «Fergie» ebenso aus der Royal Lodge auf dem Windsor-Gelände ausziehen. Der Skandal um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein haftet auch an ihr. 

Das Schicksal der einstigen Prinzen-Gemahlin ging im royalen Beben am Donnerstagabend ein wenig unter. Die britischen Medien berichteten weit unten in ihren Analysen: Ja, auch Ferguson muss raus aus dem Anwesen mit 30 Zimmern. Die 66-Jährige führt mit Andrew seit Jahrzehnten eine Zweckgemeinschaft, beide gingen gemeinsam durch andere Skandale, keiner war so groß und folgenschwer wie dieser.

Dem Vernehmen nach dürfte Ferguson zwar mit Andrew in dessen neue Privatunterkunft ziehen. Medienberichten zufolge wird der gefallene Ex-Prinz künftig in einem Haus auf dem privaten Landsitz Sandringham in der englischen Grafschaft Norfolk wohnen. Das möchte Ferguson aber wohl nicht. «Damit endet das jahrzehntelange Zusammenleben», schrieb die «Times». Die Ehe mit Andrew war 1996 geschieden worden.

Fergusons eigene Verwicklung in den Epstein-Skandal

Bereits Ende September war Ferguson wieder voll in den Sog der Epstein-Verwerfungen geraten. Auslöser war ein Bericht der Zeitung «The Sun», dem zufolge Ferguson sich einst nur Wochen nach einer öffentlichen Distanzierung von Epstein bei diesem per E-Mail «zutiefst» entschuldigt und ihm ihre Freundschaft versichert haben soll.

Zwar sagte ein Sprecher der einstigen Herzogin, sie habe damit lediglich eine Klage Epsteins abwenden wollen, weil sie ihn in einem Zeitungsinterview mit Kindesmissbrauch in Verbindung gebracht hatte. Mehrere Wohltätigkeitsorganisationen kündigten in der Folge aber ihre Zusammenarbeit mit Ferguson.

«Fergie» hatte 2011 in einem Interview der Zeitung «Evening Standard» zugegeben, von Epstein 15.000 Pfund (derzeit etwa 17.000 Euro) angenommen zu haben und die Verbindung bedauert. «Ich verabscheue Pädophilie und jeglichen Missbrauch von Kindern», sagte sie damals und zeigte sich reumütig. «Sobald ich kann, werde ich das Geld zurückzahlen und nie wieder etwas mit Jeffrey Epstein zu tun haben».

Andrew war ein Freund des 2019 in Haft gestorbenen US-Unternehmers, der einst in höchsten Kreisen verkehrt und einen Missbrauchsring betrieben hatte. Andrew, der die Vorwürfe bestreitet, wird vorgeworfen, das Epstein-Opfer Virginia Giuffre dreimal zum Sex gezwungen zu haben. Eine Zivilklage Giuffres endete in einem wohl millionenschweren Vergleich.

Die Mutter von Prinzessinnen

Als Andrew Mitte Oktober im Zuge des Skandals gezwungen war, sich nicht mehr Herzog von York zu nennen, verlor auch Ferguson ihre trotz der Scheidung gebliebene Anrede als Herzogin. Als Verbindung zum Königshaus bleiben ihr allein ihre beiden Töchter, die Prinzessinnen Beatrice und Eugenie, die ihre Titel jeweils behalten dürfen. Fergusons Name wird in den royalen Geschichtsbüchern zwar stehen bleiben - aber nicht als ruhmreicher Eintrag.

Die Nachrichtenagentur PA beschrieb Ferguson als «temperamentvoll und rothaarig». Sie hatte Andrew 1986 in Westminster Abbey geheiratet, fünf Jahre, nachdem die Traumhochzeit von dessen Bruder, dem damaligen Prinzen Charles, und Prinzessin Diana geschlossen worden war. Beide Ehen sollten - zum Unmut von Queen Elizabeth II. - dramatisch scheitern.

Noch im Trennungsjahr 1992 veröffentlichte die britische Boulevardpresse ein Foto von Ferguson, das zeigt, wie ein Mann ihr die Zehen abküsst. Wie sich der «toe-sucking»-Skandal auf das Image des vornehmen Königshauses auswirkte, kann man sich vorstellen. Zudem verschuldete sich «Fergie». Geldausgeben sei die Droge ihrer Wahl gewesen, schrieb sie in ihrem Buch «What I Know Now».

«Ich ertrank in großen Hüten»

Im Jahr 2010 produzierte sie erneut negativste Schlagzeilen, weil sie einem als Geschäftsmann getarnten Reporter die Vorstellung bei ihrem Ex-Mann anbot - für 500.000 Pfund (umgerechnet knapp 568.000 Euro). Für das unseriöse Verhalten entschuldigte sie sich.

Besonders in den 1980er- und 90er-Jahren machte sich die Presse gerne auch über ihren Kleidungsstil lustig. Im verzweifelten Versuch, zu gefallen und den guten Stil von Prinzessin Diana nachzuahmen, habe sie sich die Garderobe der Hölle zugelegt, schrieb Ferguson in ihrem Buch. «Ich ertrank in großen Hüten und Rüschen und Schleifen an den falschen Stellen.»

Mit ihrer Rolle als Schirmherrin bei Wohltätigkeitsorganisationen sowie als Autorin von Kinderbüchern versuchte «Fergie», ihr eigenes Leben abseits der royalen Abhängigkeit zu prägen. «Mami, Omi, Bestsellerautorin», schreibt sie in ihrem Profil auf der Plattform Instagram. Zu sehen sind dort viele Bilder der lächelnden Ferguson - eine Reaktion auf den Epstein-Skandal oder die jüngsten Tiefpunkte von ihr und Andrew sucht man vergebens.

Update: In einer früheren Version des Artikels ist ein Umrechnungskurs im 11. Absatz falsch mit "Millionen" angegeben. Richtig muss es heißen: umgerechnet knapp 568.000 Euro.
Adel / Kriminalität / Monarchie / Leute / Großbritannien
31.10.2025 · 13:09 Uhr
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