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Warum sich Inflation schlimmer anfühlt, als sie ist – und welche Alltagsgüter besonders schmerzen

10. Februar 2026, 13:00 Uhr · Quelle: Eulerpool News
Warum sich Inflation schlimmer anfühlt, als sie ist – und welche Alltagsgüter besonders schmerzen
Foto: Eulerpool
Die offizielle Inflationsrate in Deutschland bewegt sich wieder nahe der Zwei-Prozent-Marke. Doch im Alltag vieler Haushalte kommt diese Entspannung nicht an. Der Grund liegt weniger im aktuellen Monatswert als im dauerhaft erhöhten Preisniveau seit 2019. Ein Blick auf einzelne Güter und Dienstleistungen zeigt, warum das Inflationsgefühl deutlich stärker ausfällt als die Statistik vermuten lässt.

Offiziell stabil, subjektiv belastend

Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts lag die Inflationsrate im Januar bei 2,1 Prozent, nach 1,8 Prozent im Dezember. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Verbraucherpreise um 0,1 Prozent.

Energie wurde zuletzt günstiger, doch bei Dienstleistungen und Nahrungsmitteln blieb der Preisdruck hoch. Die Kerninflation – ohne Energie und Lebensmittel – lag bei 2,5 Prozent.

Entscheidend ist jedoch: Die Inflationsrate misst die Veränderung gegenüber dem Vorjahr, nicht das absolute Preisniveau. Und dieses liegt heute deutlich höher als vor der Pandemie.

Das „Inflationsgedächtnis“ der Verbraucher

Ökonom Rolf Bürkl spricht vom sogenannten Inflationsgedächtnis. Verbraucher gewichten Preissteigerungen stärker als spätere Rückgänge. Zwischen offiziell gemessener Inflation und subjektiver Wahrnehmung können bis zu zehn Prozentpunkte liegen.

Ausschlaggebend sind vor allem Güter des täglichen Bedarfs. Wer regelmäßig an der Supermarktkasse oder beim Blick auf die Nebenkostenabrechnung höhere Beträge sieht, verankert diese Erfahrung dauerhaft.

Lebensmittel: Preisschock im Supermarkt

Seit 2019 haben sich zahlreiche Grundnahrungsmittel massiv verteuert:

  • Butter: zeitweise +62 Prozent
  • Speiseöle und Fette: +60 bis 80 Prozent
  • Kakao- und Schokoladenprodukte: über +70 Prozent

Auch wenn einzelne Preise wieder etwas nachgegeben haben, bleibt das Niveau deutlich erhöht. Gerade diese häufig gekauften Produkte prägen das Inflationsgefühl besonders stark.

Dienstleistungen: Der strukturelle Preistreiber

Noch nachhaltiger wirken Dienstleistungen. Seit 2019 stiegen:

  • Gastronomie- und Übernachtungsleistungen um rund 35 Prozent
  • Pflege- und Betreuungsleistungen um 68 Prozent

Hier wirken langfristige Faktoren wie steigende Löhne, Mindestlohnanhebungen, Fachkräftemangel und demografischer Wandel. Anders als bei Energie sind kurzfristige Rückgänge kaum zu erwarten.

Wohnen und Energie: Verzögerte Belastung

Besonders stark stiegen die Energiekosten:

  • Gas inklusive Betriebskosten: +85 Prozent seit 2019
  • Fernwärme: +75 Prozent

Viele Haushalte spürten diese Entwicklung erst zeitversetzt über Nebenkostenabrechnungen ab 2023. Mieten stiegen mit rund 12 Prozent moderater, orientieren sich jedoch stark an Bestandsverträgen.

Freizeit, Technik und Kleidung: Die Ausnahmen

Nicht alle Bereiche verteuerten sich stark. Kleidung und Schuhe blieben vergleichsweise stabil, teils mit nur geringen Preissteigerungen. Elektronik wie Fernseher oder Computer wurde durch technologischen Fortschritt sogar günstiger.

Doch diese Güter werden seltener gekauft. Ihr dämpfender Effekt auf das Inflationsgefühl bleibt deshalb begrenzt.

Wer besonders betroffen ist

Anpassungen sind möglich – etwa bei Restaurantbesuchen, Urlaub oder Konsumgütern. Schwieriger wird es bei Miete, Energie und Lebensmitteln.

Vor allem einkommensschwache Haushalte tragen die strukturelle Preisverschiebung seit 2019. Ihnen fehlen Ausweichmöglichkeiten und Sparpotenzial.

Die offizielle Inflationsrate signalisiert Stabilisierung. Das Alltagsgefühl vieler Verbraucher erzählt jedoch eine andere Geschichte – geprägt von dauerhaft höheren Fixkosten und einem Preisniveau, das nicht mehr zurückkehrt.

Finanzen / Business / Inflation / Verbraucherpreise / Wirtschaft / Lebensmittel / Energie
[Eulerpool News] · 10.02.2026 · 13:00 Uhr
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