Warum sich das Bitcoin-Netzwerk trotz der Erholung auf 110.000$ wie eine Geisterstadt anfühlt
Bitcoin hat am 11. Juni die Marke von 110.000$ erreicht, ein bedeutender Meilenstein, der die optimistische Stimmung auf dem Kryptomarkt neu entfacht hat. Der letzte Anstieg hat Marktteilnehmer dazu veranlasst, vorherzusagen, dass die führende Kryptowährung in den kommenden Wochen möglicherweise auf dem Weg zu neuen Allzeithochs sein könnte.
Die Daten erzählen jedoch eine andere Geschichte.
Apathie auf der Blockchain und rekordniedriges Spot-Volumen
Das Bitcoin-Netzwerk fühlt sich wie eine „Geisterstadt“ an, laut der neuesten Analyse von CryptoQuant, die einen dramatischen Rückgang der On-Chain- und Spot-Marktaktivität hervorgehoben hat. Die On-Chain-Analyseplattform erklärte, dass der Bitcoin Network Activity Index auf nur 3,47k gefallen ist, was zu den niedrigsten Werten der letzten 18 Monate zählt.
Die Nachfrage im Einzelhandel hat ebenfalls gelitten, da On-Chain-Transaktionen mit Beträgen unter 10.000$, die oft zur Messung der Einzelhandelsteilnahme verwendet werden, um mehr als 5% gesunken sind.
Unterdessen ist das Spot-Handelsvolumen an zentralen Börsen auf ein 4,5-Jahres-Tief gefallen und erreichte Werte, die zuletzt im Oktober 2020 beobachtet wurden. CryptoQuant stellte ferner fest, dass echtes Bitcoin kaum bewegt wird, sowohl On-Chain als auch über Börsen, obwohl die ETF-Nachfrage relativ stabil bleibt.
Trotz dieses Einbruchs bei der sichtbaren Aktivität sind insgesamt 847.200 BTC in das langfristige Halterangebot übergegangen, was darauf hindeutet, dass Coins eher gehalten als gehandelt werden. Diese Bestände sind seit über 155 Tagen unberührt geblieben, was ähnliche Akkumulationsmuster wie Ende 2024 widerspiegelt.
Ethereum Futures heizen sich auf
Während die Spot- und On-Chain-Metriken von Bitcoin verhalten bleiben, erzählt der Derivatemarkt eine andere Geschichte, insbesondere für Ethereum. Das offene Interesse (Open Interest) an ETH auf Futures-Plattformen ist auf ein Rekordhoch von 7,17 Millionen ETH gestiegen, und die Handelsfrequenz im Einzelhandel bei Futures hat ihren Einjahresdurchschnitt ebenfalls überschritten.
Dies spiegelt einen wachsenden Wechsel der Investorenaufmerksamkeit von Spotmärkten zu Futures wider, insbesondere sichtbar bei Einzelhändlern. Während die oberflächlichen Daten ein stagnierendes und ruhiges Bitcoin-Netzwerk zeigen, offenbaren tiefere Metriken einen Markt im Wartemodus, mit langfristiger Überzeugung unter den Haltern und steigender spekulativer Energie auf den Derivatemärkten.
Derzeit mag Bitcoin verlassen wirken, aber CryptoQuant deutet an, dass dies die Ruhe vor einem großen Move sein könnte – ein stiller Aufbau, bevor die Volatilität zurückkehrt.

