Investmentweek

Warum flexible Stromtarife nicht halten, was sie versprechen

04. Juni 2025, 07:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Flexible Stromtarife sollen Geld sparen und das Stromnetz entlasten. Doch viele Eigenheimbesitzer zahlen am Ende drauf. Ein realistischer Blick auf die Grenzen der Flexibilität.

Sonne satt, Strom im Überfluss – und trotzdem keine echte Ersparnis

Es ist ein Bild, das die Energiewende gern zeichnet: Die Sonne scheint, das Dach ist voll mit Solarmodulen, die Wärmepumpe brummt, das E-Auto lädt günstig an der heimischen Wallbox. Klingt gut.

Und geht angeblich auch günstig – mit sogenannten flexiblen Stromtarifen, die sich am Börsenpreis orientieren.

Doch was auf dem Papier nach Zukunft klingt, entpuppt sich in der Praxis oft als zäher Spagat zwischen Technik, Timing und Tarifbedingungen.

Zwar gibt es Tage, an denen Strom im Überfluss vorhanden ist – wie vergangene Woche, als der Preis an der Börse zur Mittagszeit ins Minus rutschte. Aber: Das bedeutet noch lange nicht, dass Verbraucher automatisch profitieren.

Flexibel heißt nicht automatisch günstig

Der Energiekonzern E.on trommelt laut für das neue Strommodell. Man könne, so Vorstandschef Filip Thon, mit dynamischen Tarifen kräftig sparen – und gleichzeitig das Netz entlasten.

Die Idee: Wer dann Strom verbraucht, wenn er gerade besonders billig ist, hilft nicht nur dem eigenen Geldbeutel, sondern auch dem System.

Doch ganz so einfach ist es nicht. Zwar zeigen Berechnungen der Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE), dass sich theoretisch rund 15,6 Terawattstunden Strom im Jahr in günstigere Tageszeiten verschieben ließen. Doch was technisch geht, ist nicht automatisch praktisch machbar – und erst recht nicht wirtschaftlich sinnvoll.

Ohne Steuerbox geht fast nichts

Denn wer wirklich flexibel sein will, braucht mehr als nur guten Willen. Zentral ist ein sogenanntes Home-Energie-Management-System (HEMS), das verschiedene Verbraucher – etwa Wallbox, Wärmepumpe, Spülmaschine – miteinander abstimmt.

Wer seine Wärmepumpe, Wallbox und PV-Anlage optimal steuern will, braucht Smart Meter und Steuerboxen. Die Zusatzkosten können bis zu 500 Euro pro Jahr betragen – und übersteigen in vielen Fällen die mögliche Stromersparnis.

So eine Box kostet etwa 300 Euro, dazu kommen die Kosten für digitale Stromzähler (Smart Meter), oft mehrere, jeweils mit eigener Gebühr. Unter dem Strich können so jährlich bis zu 200 Euro allein für die Messinfrastruktur fällig werden.

Das Problem: Die möglichen Einsparungen liegen – laut E.on selbst – bei maximal 240 Euro im Jahr. Die Rechnung geht also nur unter idealen Bedingungen auf. Und die sind selten.

Wer tagsüber arbeitet, hat das Nachsehen

Entscheidend ist der Moment des Verbrauchs. Das Auto muss mittags zu Hause stehen, wenn die Sonne scheint. Die Wärmepumpe sollte am besten nachts laufen. Und der Geschirrspüler bitte auch.

Wer aber tagsüber nicht zu Hause ist oder auf die Flexibilität im Alltag angewiesen ist, verliert schnell den Vorteil der günstigen Zeitfenster.

Besonders bitter: Wenn alle Verbraucher gleichzeitig auf die gleichen Preissignale reagieren, droht eine neue Überlastung des Netzes – genau das, was man eigentlich vermeiden wollte. FfE-Geschäftsführer Serafin von Roon warnt bereits davor: „Die Flexibilisierung darf nicht zur nächsten Belastung werden.“

Verbraucher tragen das Risiko – nicht die Versorger

Dynamische Tarife sind kein neues Konzept. Anbieter wie Tibber, Octopus oder Polarstern setzen schon länger auf stündlich schwankende Preise. Was aber kaum gesagt wird: Das Risiko tragen die Kunden.

Wenn der Strom knapp wird – etwa bei Dunkelflaute im Winter – kann die Kilowattstunde plötzlich mehr als einen Euro kosten. Das kann die ganze Jahresersparnis auf einen Schlag zunichtemachen.

Ein Geschäftsmodell mit Haken

Für Versorger lohnt sich das Modell trotzdem. Sie verkaufen nicht nur den Strom, sondern auch die Geräte, die man dafür braucht – von der Wärmepumpe über die Wallbox bis zur Steuerbox. Komplettlösungen sind gefragt, nicht zuletzt wegen der staatlichen Förderung.

Doch am Ende bleibt die Frage: Wer profitiert eigentlich wirklich? Für Mieter oder Menschen ohne eigene Solaranlage sind die Modelle kaum attraktiv. Und auch viele Eigenheimbesitzer dürften angesichts der zusätzlichen Technik, der Kosten und des Verwaltungsaufwands eher zurückhaltend sein.

Finanzen / Märkte
[InvestmentWeek] · 04.06.2025 · 07:00 Uhr
[0 Kommentare]
kostenloses stock foto zu aktienmarkt, bargeldlos, berlin
Braden John Karony, der ehemalige CEO von SafeMoon, wurde zu acht Jahren Haft verurteilt. Er war in einen Krypto-Betrug verwickelt, der mehrere Millionen Dollar umfasste. Das Urteil wurde von Richter Eric Komite am Bundesgericht in Brooklyn verkündet, nachdem eine Jury ihn im Mai 2025 nach einem dreiwöchigen Prozess verurteilt hatte. Einzelheiten zur […] (00)
vor 32 Minuten
Alexander Nübel (Archiv)
Stuttgart - In der Samstagabendpartie des 22. Bundesliga-Spieltags hat der VfB Stuttgart zu Hause mit 3: 1 gegen den 1. FC Köln gewonnen. Die Gastgeber erwischten den besseren Start und hatten bereits früh durch Deniz Undav eine große Möglichkeit. In einer intensiven Anfangsphase verzichtete Schiedsrichter Robert Hartmann nach VAR-Prüfungen sowohl auf […] (00)
vor 41 Minuten
Bei grellem Licht: Motorradhelm-Visier dunkelt ohne Batterien sofort ab
Beim Motorradfahren ist nichts wichtiger als gute Sicht, volle Konzentration und die Hände fest am Lenkrad zu halten. Alles drei gerät in Gefahr, sobald grelles Sonnenlicht aufs Visier scheint. Dann heißt es entweder Augen zukneifen und durch – oder am Helm herumfummeln, um den Schalter fürs Innenvisier umzulegen. Ist die Sonne dann wieder weg und es […] (03)
vor 11 Stunden
iPhone im Flip-Design: Apple testet kompaktes Falt-Smartphone
Gerüchten aus Asien zufolge experimentiert Apple derzeit intensiv mit einem iPhone im sogenannten Flip-Stil. Sollte sich dieses Design durchsetzen, würde der Tech-Konzern aus Cupertino in direkte Konkurrenz zu etablierten Modellen wie dem Samsung Galaxy Z Flip 7 oder dem Motorola Razr […] (00)
vor 7 Stunden
State of Play – 60-minütige Show mit den kommenden Highlights für PlayStation 5
Donnerstag Abend fand eine neue State of Play-Ausgabe statt, dem Video-Format zu Neuheiten rund um PlayStation. In der 60-minütigen Show wurden einige der kommenden Highlights für PlayStation 5 gezeigt. God of War Trilogy Remake & God of War Sons of Sparta Im letzten Monat des 20. Jubiläums der God of War-Reihe kündigte TC Carson, der […] (00)
vor 2 Stunden
«37°» über Altersdiskriminierung: Zu jung fürs Abstellgleis
Das ZDF-Format begleitet Menschen, die sich gegen Benachteiligung im Arbeitsleben und Alltag wehren. Am Dienstag, 24. März 2026, zeigt das ZDF um 22: 15 Uhr eine neue Ausgabe von 37° mit dem Titel „Zu jung fürs Abstellgleis“. Der Film von Corinna Wirth ist bereits ab 5: 00 Uhr morgens in der ZDFmediathek abrufbar und dort bis März 2031 verfügbar. Im Mittelpunkt steht ein Thema, das viele […] (00)
vor 7 Stunden
Olympische Winterspiele 2026
Cortina d'Ampezzo (dpa) - Arm in Arm standen Susanne Kreher und Jaqueline Pfeifer am Fuß der Eisbahn von Cortina und feierten mit der deutschen Fahne doppeltes Skeleton-Edelmetall. Olympia-Debütantin Kreher raste in dem anspruchsvollen Eiskanal zu Silber, Pfeifer freute sich nach Silber 2018 und einer langen Durststrecke über Bronze. Nur die […] (00)
vor 14 Minuten
Warum Hunde im Winter schlechter fressen: Ursachen erkennen & Maulkomfort sanft verbessern
Mörfelden-Walldorf, 14.02.2026 (lifePR) - Der Winter bringt Ruhe in den Alltag. Spaziergänge werden kürzer, das Leben verlagert sich nach drinnen, Routinen verändern sich. Viele Hunde reagieren darauf mit mehr Schlaf und weniger Aktivität.  Doch oft fällt Haltern im Winter noch etwas anderes auf: Der Futternapf bleibt stehen. Manche Hunde fressen […] (00)
vor 13 Stunden
 
nahaufnahme von bitcoin-symbolschildern im freien, die moderne kryptowährungstrends widerspiegeln.
In den letzten Monaten hat die führende Kryptowährung Bitcoin erhebliche […] (00)
Im beschaulichen Stuhr bei Bremen ereignete sich ein Bankeinbruch, der Rätsel […] (00)
Der Eurokurs zeigte sich am Freitag bemerkenswert unbeeindruckt von den […] (00)
Kuss
Berlin (dpa) - Jeden Tag küssen sich Menschen. Ob in der Kunst, in Filmen oder beim […] (00)
«Celebrity Jeopardy! All Stars»: ABC verschiebt Starttermin um zwei Wochen
Das Promi-Quiz «Celebrity Jeopardy! All Stars» startet nun am 13. März zur Primetime bei ABC […] (00)
US-Jobwunder enttarnt: Warum diese Zahlen eine gefährliche Illusion sind
Der Januar-Boom basiert auf einem statistischen Sondereffekt bei Saisonkräften Auf […] (00)
Neue Siri auf gutem Weg: Start noch in diesem Jahr geplant
Wie CNBC-Reporter Steve Kovach berichtet, hat Apple bestätigt, dass die neue und […] (00)
Harry Styles
(BANG) - Harry Styles stimmt seine Fans weltweit auf sein kommendes Album ein. Der […] (01)
 
 
Suchbegriff