Warum der Bitcoin-Kurs heute gefallen ist (20. Januar 2026)

Der Bitcoin-Kurs ist in den letzten 24 Stunden um 2,6 % gesunken und erreichte ein Tief von etwa $90.600. Damit hat die Kryptowährung alle Gewinne vom 14. Januar wieder eingebüßt und notiert erneut auf dem Niveau vom 12. Januar.
Die Kursinstabilität resultiert hauptsächlich aus der zunehmenden Unsicherheit im internationalen Handel, da Donald Trump weiterhin Druck in Bezug auf Grönland ausübt.
Krypto-Märkte unter Druck
Nicht nur Bitcoin, sondern auch viele andere Kryptowährungen verzeichnen heute Verluste. Unter den Top 100 Coins nach Marktkapitalisierung sind nur wenige im Plus.
Ethereum verlor 3,5 %, XRP fiel um fast 3 %, SOL sank um 3,7 % und TRX um 3,2 %. Die gesamte Marktkapitalisierung liegt derzeit bei $3,16 Billionen, mit einem täglichen Handelsvolumen von $109 Milliarden, was im Vergleich zu den letzten drei Monaten relativ durchschnittlich ist.
Die Marktstimmung ist auf „Angst (32)“ zurückgekehrt, was die Unentschlossenheit und Unsicherheit widerspiegelt, die die Kryptoindustrie in den letzten Monaten erfasst hat.
Ursachen der Unsicherheit
Die letzten 24 Stunden waren in der Geopolitik ereignisreich, was sich direkt auf die Kryptopreise auszuwirken scheint. Bitcoin wird oft als risikobehaftetes Anlagegut angesehen, und derzeit scheinen Investoren nicht bereit zu sein, Risiken einzugehen. Dies wird auch durch die steigenden Goldpreise belegt, die auf ein neues Allzeithoch von über $4.700 pro Unze gestiegen sind.
Gestern veröffentlichte der US-Präsident eine offizielle Erklärung des Weißen Hauses mit drohendem Ton, dass die USA weiterhin versuchen werden, die Kontrolle über Grönland zu erlangen, ein autonomes Gebiet im Königreich Dänemark.
„Denmark cannot protect the land [read: Greenland] from Russian or China, and why do they have a 'right of ownership' anyway? There are no written documents, it’s only that a boat landed there hundreds of years ago, but we had boats landing there, also. [...] The World is not secure unless we have Complete and Total Control of Greenland.”
China hat darauf reagiert und Trump aufgefordert, sie nicht als „Vorwand für egoistische Interessen“ zu nutzen. Der Präsident bestätigte, dass der NATO-Generalsekretär Mark Rutte ihn in Davos treffen wird.
Die Unsicherheit rührt daher, dass Grönland Teil der Europäischen Union und der NATO ist. Die USA drohen offen damit, die Kontrolle über das Land zu übernehmen, was potenzielle Auswirkungen auf internationale Beziehungen haben könnte. Die USA sind ebenfalls Teil der NATO, aber Trump hat erklärt, dass er die Interessen der USA „an erster Stelle“ sieht:
„I have done more for NATO than any other person since its founding, and now, NATO should do something for the United States.”
Ausblick
Analysten der Kobeissi Letter haben eine Schritt-für-Schritt-Analyse veröffentlicht, wie sich die Situation entwickeln könnte. Sie gehen davon aus, dass Präsident Trump bald bekanntgeben wird, dass an einer Lösung mit den betroffenen Ländern gearbeitet wird. Es wird erwartet, dass es beschleunigte Gespräche über ein Handelsabkommen für Grönland geben wird, und sobald dies angekündigt wird, könnten die Märkte neue Höchststände erreichen.
Die aktuellen Zölle sollen ab dem 1. Februar in Kraft treten, was darauf hindeutet, dass:
„President Trump’s entire negotiation strategy is centered around timing and pressure. He provides 2-3 weeks of lead time before his tariffs go into effect to allow for a deal to be reached. Trump’s goal is for these tariffs to NEVER actually go live, he wants a deal.”
Ob sich diese Prognosen bewahrheiten, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch, dass turbulente Zeiten bevorstehen, und es ist ratsam, entsprechend zu planen.

