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Warum Asiens Halbleiterindustrie das Fundament der KI bildet

25. Dezember 2025, 11:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Warum Asiens Halbleiterindustrie das Fundament der KI bildet
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Taiwan und Südkorea sind zentrale Treiber der globalen KI-Industrie. Ihre Halbleiterlieferketten werden für Anleger strategisch immer wichtiger.
Taiwan und Südkorea treiben den KI-Boom durch Halbleiterproduktion an, was globale Wirtschaft beeinflusst.

Die Künstliche Intelligenz gilt als das prägende Technologiethema dieses Jahrzehnts. Doch wer ihren Ursprung ausschließlich in kalifornischen Rechenzentren verortet, übersieht die eigentlichen Machtzentren. Der rasante KI-Aufwuchs wird in Asien materialisiert – in Fabriken, Reinräumen und hochspezialisierten Lieferketten. Taiwan und Südkorea stehen dabei im Zentrum.

Für Naomi Waistell, Co-Fondsmanagerin des Carmignac Portfolio Emergents, ist diese Entwicklung kein theoretisches Konstrukt, sondern das Ergebnis intensiver Vor-Ort-Recherche. Nach einer Reise durch beide Länder spricht sie von einer „wiederentdeckten Stärke“ jener Volkswirtschaften, die einst als klassische Exportnationen galten – und heute die industrielle Grundlage der KI-Welt liefern.

Die eigentliche KI-Wertschöpfung entsteht in Asien

KI-Modelle mögen in den USA entwickelt werden, doch ohne asiatische Hardware blieben sie Theorie. Taiwan dominiert die Fertigung modernster Logikchips, Südkorea ist unverzichtbar bei Speichertechnologien. Zusammen bilden beide Länder das Rückgrat der globalen Halbleiterindustrie – und damit der KI-Infrastruktur.

Bemerkenswert ist, dass internationale Investoren diese Rolle bislang nur teilweise eingepreist haben. Trotz neuer Rekordstände im taiwanischen Taiex und im südkoreanischen Kospi bleibt die Kapitalallokation vieler globaler Portfolios unterdurchschnittlich. Für aktive Investoren entsteht daraus eine strukturelle Opportunität.

Versteckte Gewinner entlang der Lieferkette

Waistell und ihr Team besuchten auf ihrer Reise mehr als 30 Unternehmen aus der gesamten Halbleiter-Wertschöpfungskette. Nicht nur die bekannten Schwergewichte profitieren vom KI-Boom, sondern auch spezialisierte Mittelständler – etwa Anbieter von Platinen-Controllern oder Hersteller kupferbeschichteter Leiterplatten, die für Hochleistungschips unverzichtbar sind.

In mehreren Fällen erreichten Unternehmen ihre ursprünglich für zehn Jahre geplanten Margenziele innerhalb weniger Monate. Die Auslastung liegt vielerorts nahe 100 Prozent. Engpässe in der Lieferkette stärken die Preissetzungsmacht – und schaffen ein Umfeld, in dem nachhaltiges Gewinnwachstum möglich wird.

TSMC ist der Taktgeber des KI-Zeitalters

Im Zentrum dieser Entwicklung steht ein Unternehmen: TSMC. Der weltweit führende Auftragsfertiger ist der Schlüssel zur globalen KI-Rechenleistung. Nahezu jeder Hochleistungsprozessor für große Sprachmodelle stammt aus taiwanesischen Fabriken.

TSMC hat in den vergangenen vier Jahren seinen Umsatz verdoppelt, getragen von der explosionsartigen Nachfrage nach KI-Chips. Ein Investitionsprogramm von rund 40 Milliarden US-Dollar fließt in die modernsten Fertigungsstufen bei 3- und 2-Nanometer-Technologien. Der Marktanteil in der fortschrittlichen Chipfertigung liegt bei über 90 Prozent – eine Dominanz, die historisch einzigartig ist.

Das von TSMC etablierte Fabless-Foundry-Modell hat die Branche grundlegend verändert. Designfirmen können innovativ sein, ohne selbst Fabriken zu betreiben. TSMC wiederum profitiert von Skaleneffekten, technologischer Führerschaft und einer Eigenkapitalrendite von rund 30 Prozent – trotz massiver Investitionen.

Südkorea als Speicher-Macht der KI

Während Taiwan die Rechenlogik liefert, stellt Südkorea das Gedächtnis der KI. Speicherchips sind für Training und Betrieb großer Modelle ebenso kritisch wie Prozessoren. Unternehmen aus Korea haben hier über Jahrzehnte Know-how aufgebaut, das sich kaum replizieren lässt.

Die Kombination aus Logikchips aus Taiwan und Speichertechnologien aus Südkorea bildet den industriellen Kern des KI-Superzyklus. Mit der Ausbreitung von KI-Anwendungen in Unternehmenssoftware, autonomen Fahrzeugen und Robotik wächst diese Abhängigkeit weiter.

Strategische Bedeutung für Anleger

Für Anleger ergibt sich daraus ein klares Bild. Taiwan und Südkorea sind keine zyklischen Exportmärkte mehr, sondern systemrelevante Plattformen der digitalen Weltwirtschaft. Ihre Unternehmen profitieren nicht nur von kurzfristiger Nachfrage, sondern von einem langfristigen Strukturtrend.

Die entscheidende Frage ist nicht, ob KI weiter wächst – sondern wer die physische Infrastruktur dafür kontrolliert. In dieser Hinsicht sind die neuen asiatischen Tigerstaaten längst unverzichtbar.

Finanzen / Global / KI / Halbleiterindustrie / Taiwan / Südkorea / TSMC
[InvestmentWeek] · 25.12.2025 · 11:00 Uhr
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