Roboter besiegt japanische Tischtennis-Asse: Ist der Mensch bald überall unterlegen?
Ja, KI-Modelle können viel schneller Informationen analysieren und einordnen als wir Menschen. Inzwischen machen sie auch seltener Fehler und sind deshalb längst bereit, menschliche Arbeitskraft hocheffizient zu ersetzen – allerdings nur in der virtuellen Welt. Geht es um den analogen Raum, hinkte die künstliche Intelligenz, gekoppelt an physische Roboter, bislang auf vielen Feldern dem Menschen hinterher. An der Uni Zürich bewies nun ein Tischtennis-Roboter namens Ace, dass komplexe Beobachtungen und schnelle, adäquate Reaktionen der Algorithmen auch physisch möglich sind. Und das, obwohl gerade diese Sportart als äußerst herausfordernd gilt.

Im Tischtennis galten Roboter bisher als weit unterlegen
Dreidimensionale Flugbahnen treffen auf verschiedenste Geschwindigkeiten und komplexe Spins: Erfahrene Tischtennisspieler reagieren darauf innerhalb von Millisekunden, erwischen nicht nur einfach den Ball, sondern geben ihm auch den passenden Drive, um den Gegner ins Trudeln zu bringen. Dass ein KI-gestütztes Robotersystem einen Profisportler auf diesem Feld schlägt, galt bis vor kurzem als utopisch. Und doch ist es passiert!
Doch fangen wir von vorne an: An der Uni Zürich taten sich Peter Dürr, Sony Al und ein Spezialistenteam zusammen, um einen Roboter zu entwickeln, der Profi-Tischtennisspieler aus dem Rennen schlägt. Sie statteten ihn mit einem Hochgeschwindigkeits-Wahrnehmungssystem, ereignisbasierten Bildsensoren und einer automatischen KI-Steuer aus. Hinzu kam die passende hochmoderne Roboter-Hardware. Die Forscher positionierten mehr als zwölf Kameras ums Spielfeld herum, damit der Roboter in Echtzeit die Ballposition, die Geschwindigkeit und die Eigenrotation wahrnehmen kann. Der Roboterarm mit seinen acht Gelenken hielt den Schläger und reagierte entsprechend der gelieferten Daten auf die Moves des menschlichen Gegners, um seinerseits den Ball gekonnt zurückzuspielen.
Drei von fünf Partien gingen an den Roboter Ace
In verschiedenen Matches gegen japanische Elite-Tischtennisspieler mit mindestens zehn Jahren Erfahrung und im Durchschnitt 20 Trainingsstunden pro Woche, zeigte sich Ace als echtes Ass. Drei von fünf Partien entschied der Roboter für sich. Die beiden erfolgreichen Profis Minami Ando und Kakeru Sone vermochte Ace zwar nicht zu schlagen, doch zeigte er sich im Spiel erstaunlich fähig, reaktionsschnell und auch auf ungewöhnliche Schläge gefasst.
Da kommt die Frage auf: Müssen wir Menschen uns bald virtuell und analog vollkommen geschlagen geben?
Quelle: wissenschaft.de

