Warten auf den letzten Nobel-Glanz: Verleihung des Wirtschaftsnobelpreises steht bevor
In Stockholm richten sich heute alle Blicke auf die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften, denn die letzte Verkündung des Nobelpreis-Jahres steht an: der Wirtschaftsnobelpreis. Traditionell bildet diese Auszeichnung den krönenden Abschluss der Nobelwoche. Während bisheriger Preisträger wie Daron Acemoglu, Simon Johnson und James A. Robinson für ihre wegweisenden Studien zum Wohlstandsgefälle zwischen Nationen geehrt wurden, bleibt die Frage offen, wer dieses Jahr in den erlesenen Kreis aufgenommen wird.
Für Experten dominiert erneut die Präsenz der USA auf der Liste der Favoriten. Robert J. Barro von der Harvard University sticht durch seine bedeutenden Arbeiten zur Makroökonomie hervor. Auch Maurice Obstfeld und Kenneth Rogoff, beide angesehen für ihre Krisen-Analysen und geldpolitischen Forschungen, zählen zu den potenziellen Preisträgern. Eine ebenso spannende Nominierung könnte Raj Chetty sein, der durch seine innovativen Analysen des sozialen Aufstiegs hervorsticht, so Matthias Diermeier vom Institut der Deutschen Wirtschaft.
Des Weiteren könnten laut Achim Wambach, Präsident des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, Timothy Bresnahan, Ariel Pakes und Michael Porter für ihre bahnbrechenden Studien in der empirischen Industrieökonomie ausgezeichnet werden. Ihre Forschungsarbeiten haben die Werkzeuge zur Analyse von Märkten und Unternehmensverhalten revolutioniert.
Während das Nobelpreis-Jahr mit den Auszeichnungen in Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Frieden bereits bereichert wurde, bleibt der Wirtschaftsnobelpreis das fehlende Puzzleteil. Alle Preisträger dürfen sich auf die feierliche Verleihung am 10. Dezember freuen, bei der sie als Zeichen der Wertschätzung auch ein Preisgeld von elf Millionen schwedischer Kronen erhalten werden.
Der Wirtschaftsnobelpreis, der seit 1968 von der schwedischen Zentralbank in Erinnerung an Alfred Nobel gestiftet wird, ist eine besondere Anerkennung innerhalb der Nobel-Kategorien. Bis heute bleibt Reinhard Selten der einzige Deutsche, der für seine Pionierarbeit in der nichtkooperativen Spieltheorie ausgezeichnet wurde.

