Warnung vor Regimewechsel im Iran: Mögliche Folgen für die Region und globale Schiiten-Gemeinschaft
Die angesehene Iran-Expertin Maha Yahya hat gegenüber dem Fernsehsender CNN eindrücklich darauf hingewiesen, welche gravierenden Auswirkungen ein Regimewechsel in Teheran hätte. Ein solcher Umsturz wäre in einem Land von der Komplexität des Irans ein überaus anspruchsvolles Unterfangen und könnte zu weitreichenden regionalen Verwerfungen führen. Besonderes Augenmerk legt Yahya auf die Rolle, die der Oberste Führer Ajatollah Ali Chamenei im religiösen Gefüge spielt, indem er von vielen Schiiten als bedeutende Autorität wahrgenommen wird.
Eine Entmachtung Chameneis könnte die bestehenden religiösen Spannungen innerhalb der schiitischen Gemeinschaft weltweit massiv verstärken. Schiiten stellen nach den Sunniten die zweitgrößte Glaubensgemeinschaft innerhalb des Islams, was die Tragweite eines solchen Umbruchs verdeutlicht. Länder wie Afghanistan, Pakistan, Saudi-Arabien, die Türkei und der Irak, in denen schiitische Minderheiten leben, könnten unmittelbar in die Turbulenzen hineingezogen werden.
Yahya beschreibt zudem die schwierige Lage, in der sich die iranische Führung befindet. Während die USA maximalistische Forderungen hinsichtlich des iranischen Atomprogramms und anderer sicherheitsrelevanter Themen stellen, könnte jedes Nachgeben der iranischen Autoritäten als Zeichen von Schwäche betrachtet werden und die Legitimität der Führung weiter schwächen. Dieser Balanceakt ähnelt einem Spiel, das die Machthaber weder gewinnen noch intern verlieren können, ohne die Kontrolle über das Land zu riskieren.

