Warnstreikwelle bei Coca-Cola: Tarifkonflikt im Norden eskaliert
Der Getränkegigant Coca-Cola sieht sich derzeit in Norddeutschland mit einem massiven Warnstreik konfrontiert. Aufgrund stockender Tarifverhandlungen hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) die Beschäftigten zum Streik aufgerufen. Lena Lange, Geschäftsführerin der NGG-Region Hannover, zeigte sich zufrieden mit der Streikbeteiligung, auch wenn konkrete Zahlen zunächst ausblieben.
An gleich vier norddeutschen Standorten wird die Arbeit für 16 Stunden niedergelegt. Betroffen sind die Abfüllbetriebe in Hildesheim, Lüneburg und Mölln sowie der Logistikstandort Achim. Insgesamt arbeiten dort rund 1.200 Mitarbeiter, wobei die Hälfte allein in Hildesheim beschäftigt ist. Eine zentrale Streikkundgebung mit erwarteten 500 Teilnehmern soll in Bremen stattfinden.
Die NGG plant, diesen Streik auf alle deutschen Coca-Cola-Standorte auszuweiten, um vor der nächsten Tarifrunde Druck aufzubauen. Nach einer ergebnislosen Verhandlungsrunde am 10. September zeigten sich die Fronten verhärtet. Die Gewerkschaft fordert eine Lohnerhöhung von fünf Prozent rückwirkend ab 1. September sowie einen Sockelbetrag von 150 Euro. Coca-Cola hingegen betont, dass bereits im vergangenen März eine Lohnanpassung um 3,5 Prozent erfolgte und lehnt die aktuellen Forderungen als überzogen ab.
Für die nächste Tarifrunde im November ist ein Treffen in Hamburg angesetzt. Angesichts der drohenden Ausweitung der Streiks warnt NGG-Vize Freddy Adjan, dass weitere Maßnahmen folgen könnten, sollte keine Einigung erzielt werden. Coca-Cola beschäftigt deutschlandweit 6.000 Mitarbeiter an 24 Standorten, darunter 13 Abfüllbetriebe.

