Warnstreiks bei Ford: Ein Signal aus Köln
Der Autobauer Ford Deutschland sieht sich derzeit mit einer Welle von Warnstreiks konfrontiert, initiiert durch die Gewerkschaft IG Metall. Anlass sind die anhaltenden Verhandlungen über den Abbau von Arbeitsplätzen und die Forderung nach hohen Abfindungen sowie einem insolvenzgeschützten Sicherheitsnetz. Nachdem das Management diese Forderungen ablehnte, rief die IG Metall zu Arbeitsniederlegungen in den Kölner Werken auf, beginnend mit Schichten von Dienstagabend bis Donnerstag.
Die IG Metall unterstrich, dass die Belegschaft geschlossen hinter ihren Forderungen steht. Die Gewerkschaft fordert von der Ford-Führung signifikante Zugeständnisse in den laufenden Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag. Die Kündigung der bisherigen Patronatserklärung durch den US-Mutterkonzern hat das Vertrauen der Mitarbeiter stark erschüttert und ein Insolvenzrisiko in den Raum gestellt. Die IG Metall fordert nun einen Insolvenzschutz von der Ford Motor Company für die deutschen Arbeitnehmer.
Obwohl Ford betriebsbedingte Kündigungen bis 2032 ausschließt, bleibt die Sorge um Arbeitsplatzsicherheit bestehen. Sollte ein Insolvenzfall eintreten, könnten Arbeitsplätze gefährdet sein. Dennoch betont das Management, weiterhin auf die Deutschlandtochter zu setzen und verweist auf bereitgestellte hunderte Millionen Euro für einen neuen Geschäftsplan.
Die Markteinführung von zwei in Köln gefertigten Elektro-Geländewagen verlief nicht wie erhofft, da die Verkaufszahlen hinter den Erwartungen blieben. Ford Deutschland respektiert das Recht der Belegschaft auf Warnstreiks und strebt nach schnellen, ausgewogenen Lösungen. Ein Teil der Mitarbeiter ist bis Mai in Kurzarbeit, wobei die Warnstreiks davon ausgenommen sind. Insgesamt beschäftigt Ford noch rund 11.500 Mitarbeiter in Köln, eine deutliche Reduktion im Vergleich zu den etwa 20.000 im Jahr 2018.

