Waldbrände in Südkalifornien: Hoffnung auf Entspannung, jedoch keine Entwarnung
In Südkalifornien bleibt die Lage kritisch: Obwohl am Dienstag überraschend schwächere Winde registriert wurden, ist die "Red Flag"-Warnung weiterhin aktiv und mahnt zur Vorsicht. Die Wetterbehörde in Los Angeles zeigte sich auf der Plattform X dennoch optimistisch, doch gefährliche Böen könnten die Situation bis zum Abend weiter anheizen. Erst danach erwarten die Meteorologen eine Wetterberuhigung mit kühleren und feuchteren Bedingungen.
Mit knapp 17.000 Einsatzkräften läuft die Brandbekämpfung auf Hochtouren, bereits mehr als eine Woche nach den ersten Flammen. Erfolge zeichnen sich ab: Das "Palisades Fire" an der Westflanke von Los Angeles ist zu 18 Prozent eingedämmt, das "Eaton Fire" bei Pasadena zu 35 Prozent. 25 Todesopfer sind bisher bestätigt, weitere Personen gelten noch als vermisst. Die evakuierten Anwohner müssen sich weiterhin in Geduld üben, da die Gefahr noch nicht gebannt ist.
Die Schäden sind immens, und die Beseitigung der Trümmer könnte sich über sechs bis neun Monate erstrecken, so Schätzungen von Gouverneur Gavin Newsom. Über 12.000 Gebäude sind betroffen. Bürgermeisterin Karen Bass versprach ein beschleunigtes Genehmigungsverfahren für den Wiederaufbau, während Newsom Maßnahmen zur raschen Entsorgung von Schadstoffen vorantrieb und 2,5 Milliarden US-Dollar an Unterstützung in Aussicht stellte.
Um Immobilienspekulationen in den zerstörten Gebieten vorzubeugen, erließ Newsom ein Verbot für unaufgeforderte Kaufangebote unter Marktwert. Spekulanten, so betonte er, hätten bereits versucht, die Not der Betroffenen auszunutzen.
Ein "FireAid"-Konzert soll am 30. Januar in Inglewood Spenden generieren, um den Opfern beizustehen und die Infrastruktur wiederaufzubauen. Unterstützt werden soll auch die Vorbereitung auf zukünftige Brände. Details zum Line-up stehen aus, jedoch sind Beteiligungen von prominenten Künstlern wie den Eagles, Fleetwood Mac und Harry Styles zu erwarten.
Präsident Joe Biden sicherte den Brandopfern Soforthilfen von 770 Dollar für essenzielle Anschaffungen zu. Die Federal Emergency Management Agency (Fema) unterstützt bei Mietzahlungen und anderen Notlagen. Letzte Woche hatte Biden die Region zum Katastrophengebiet erklärt, um den Zugang zu Bundesgeldern zu erleichtern.

