Waffenruhe im Nahen Osten beflügelt europäische Börsen
Die jüngst verkündete Waffenruhe zwischen Israel und Iran hat am Dienstag für deutlichen Aufwind an den europäischen Börsen gesorgt. Mit einem Rückgang der Ölpreise auf Vorkriegsniveau kehrte Erleichterung unter die Anleger ein, und auch die Märkte in Fernost reagierten positiv auf die Entwicklungen.
Der deutsche Leitindex Dax konnte seinen Abschwung aus der Vorwoche beenden und verzeichnete am Vormittag ein Plus von 1,64 Prozent, notierte bei 23.651 Punkten. Unterdessen verhalf ein leicht oberhalb der Erwartungen liegender Ifo-Index, ein Frühindikator für die deutsche Wirtschaft, zu zusätzlichem Optimismus. Der MDax stieg um 1,71 Prozent auf 29.785 Punkte und auch der Eurostoxx legte um 1,3 Prozent zu.
Die angekündigte Waffenruhe wurde sowohl von US-Präsident Donald Trump als auch den Regierungen aus Iran und Israel bestätigt, was zu einem plötzlichen Einbruch der Ölpreise unter die Marke von 70 US-Dollar pro Fass führte. Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets kommentierte, dass Investoren nun das größte Risiko im Konflikt als eingedämmt betrachten und eine Rückkehr zu Aktien anstreben.
Die Risikoprämie, die am Ölmarkt eingepreist war, wird nun wieder abgebaut. Rüstungswerte gerieten angesichts der Friedenshoffnungen unter Druck. Aktien von Rheinmetall, Renk und Hensoldt verloren im frühen Handel bis zu vier Prozent und sanken auf ihr niedrigstes Niveau seit Mai.
Reiseaktien hingegen, zuvor durch Kriegs- und Ölpreisschwankungen belastet, erlebten eine spürbare Erholung. Damit stieg Tuis Aktie im MDax um 7,5 Prozent, während die Lufthansa-Aktien um 6,5 Prozent zulegten.
Die Hornbach Holding beeindruckte mit herausragenden Quartalszahlen, was die Aktie um fast zehn Prozent in die Höhe schnellen ließ, und sich damit vom jüngsten Tief erholte. Aurubis erlebte einen Kurssprung von acht Prozent, nachdem der Kupferkonzern eine Empfehlung von Oddo BHF erhalten hatte, die auf sinkende Investitionen und neue Wachstumsprojekte setzt.
An der Dax-Spitze stand Heidelberg Materials mit einem Anstieg von sieben Prozent. Das Unternehmen profitierte von der Ankündigung künftiger Infrastrukturinvestitionen in Deutschland, begleitet von einem optimistischen Kursziel der Bank of America.
Schließlich wurden BMW und Porsche AG durch Exane BNP abgestuft, zeigten sich jedoch in diesem starken Marktumfeld robust und verzeichneten bis zu 1,6 Prozent Zugewinne. Hingegen blieb der Kurs der DHL Group aufgrund einer Verkaufsempfehlung der UBS mit nur 0,5 Prozent im Plus.
Bedenken über den impact des Zolls und überoptimistische Erwartungen an das Expressgeschäft bremsten hier den Anstieg, so Analyst Cristian Nedelcu.

